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Neue Gedanken über Hauskirche In den letzten Monaten konnten wir uns als Hauskirche nur sehr selten
treffen, weil unser Stammhaushalt umgezogen war. (Wegen Hausbau) Dadurch war
1/3 unserer Hauskirche so beschäftigt, dass einfach keine Zeit mehr da war.
Die übigen 2/3 der Hauskirche waren auch ein wenig passiv und abwartent
geworden. In Ermangelung von geistlicher Gemeinschaft und steigender Herbst-
und Winterdepressionen entschloß ich mich dann mal einen
fortschrittlich-evangelischen Abendgottesdienst zu besuchen, der in einem
alten Expo-Pavillon stattfindet, dem ehemaligen Wahrzeichen der Expo-2000,
dem Expo-Wal. Gruß an Jona. Der Bauch des Wales ist voll Gesang! Jeden Mittwoch abend um 18.00 Uhr gibt es da
Pasta, Wasser und Wein und danach einen einstündigen Gottesdienst mit
Abendmahl. Die Predigt ist kurz und meist gehaltvoll. Der Lobpreis ist ebenso
kurz und nett. Das Abendmahl ist der Höhepunkt. Irgendwie gefiel mir dieser Gottesdienst und ich kam wieder. Ich
merkte, dass das Wort Gottes und das Abendmahl mich aufbaute
und stärkte! Nach einiger Zeit ermutigte ich ein anderes 1/6 der Hauskirche,
Donna Marina, ebenfalls mitzukommen und ihr gefiel der Gottesdienst auch. Das
schöne war auch, dass er im gleichen Stadtteil schnell zu erreichen ist. Ein anderes Plus ist, dass man kaum Bekannte der alten
freikirchlich-charismatischen Gemeinden trifft und nicht religiös zugetextet
wird. (Ich meine jetzt die religiösen Nervensägen, nicht die Anderen) Aber das wirklich Schöne war, dass mein
guter Herr und Heiland, Jesus, mir immer wieder in Predigt und Abendmahl
begegnete! Ich musste öfter charismatische Beifallsbekundungen oder Zwischenrufe
unterdrücken, weil das hier nicht so Sitte war. Jesus stand hier völlig im Zentrum der Predigten und des ganzen
Gottesdienstes. Er kam mir im Laufe der Monate immer näher und ich genoss es
sehr. Mittlerweile treffen wir uns als Hauskirche wieder regelmässig, aber
Donnamarina und ich (Donralfo) gehen immer noch regelmässig in den
evangelischen Abendgottesdienst, weil uns sonst etwas fehlt: Die Verkündigung
des Wortes Gottes, das Abendmahl und der Lobpreis. Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Hauskirchen ist, aber ich habe
das Gefühl, dass eine Hauskirche schon von der Anzahl der Mitglieder und der
Struktur her gar nicht in der Lage ist, alle Gebiete abzudecken, die ein
gesunder Christ zum geistlichen Wohlergehen braucht. Genausowenig wie eine
„herkömmliche“ Gemeinde das kann. In der Hauskirche sind wir auf
Gemeinschaft, reden, austauschen, essen und trinken fixiert, und in der herkömmlichen
Gemeinde auf Lobpreis, Lehre, Predigt und Gebet. Wenn die Hauskirche Lehre, Predigt, Gebet, Lobpreis, Mission und mehr
übernehmen soll, ist sie hoffnungslos überfordert. Ganz zu schweigen von den
Dienstgaben: Hirte, Prophet, Lehrer, Apostel, Evangelist und Diakonie. Welche Hauskirche kann es sich leisten und hat die Kontakte Apostel,
Propheten und Lehrer einzuladen? Was ist mit Kinderarbeit, Jugendarbeit etc.
etc. Ebensowenig kann die herkömmliche Gemeinde das leisten, was eine
Hauskirche kann: Meinungsaustausch über die Predigt und geistliche Lehren und
Strömungen, zusammen essen, private Probleme und Erfahrungen austauschen,
füreinander beten, Freundschaften pflegen, sich gegenseitig helfen und mehr. In Ansätzen mögen diese Dinge auch in herkömmliche Gottesdienste zu
integrieren sein, aber wie lang sollen die Gottesdienste denn dann noch
dauern? Sollen alle privaten Probleme wirklich von Jedem in der Gemeinde
öffentlich durchgekaut werden? Es wird doch eh schon genug getratscht, oder? Die Idee eines Netzwerkes von Hauskirchen mit einem Gemeinsamen
„Feiergottesdienst“, wo dann auch Predigt, Lehre und Lobpreis stattfindet,
ist zwar sehr logisch und Folgerichtig, aber wo gibt es das eigentlich
überhaupt? Hat irgendjemand in Deutschland schon Netzwerke von Hauskirchen
beobachtet, bei denen Apostel, Propheten, Hirten und Lehrer und Evangelisten
aus- und eingehen? Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass unsere ganze schöne
Hauskirchenbewegung in Deutschland möglicherweise nichts Anderes als eine
Kopfgeburt von Wolfgang Simson und Anderen war. Was in China von Gottes Geist
gegründet wird und halbwegs klappt, muss nicht zwangsweise in Deutschland
klappen. Abgesehen davon gibt es auch in China bei aller Erweckungsluft auch
Probleme in der Hauskirchenbewegung. Irrlehren können sich mangels Kontrolle
und vorhandenen Bibeln und theologischem Wissen viel leichter ausbreiten. Ja, ich glaube weiterhin, dass sich in den freien Gemeinden Deutschlands
und auch anderswo noch viel ändern muss. Die Bewegungen des heiligen Geistes
der letzten Jahrzehnte sind ins stocken geraten und teilweise zum völligen
Stillstand gekommen. Viele Christen nehmen das wohl nicht wahr und drehen
sich bei ihren Konferenzen und Seminaren weiterhin im frommen Kreis. Aber die versprochene Erweckung ist weiter von uns entfernt als
jemals zuvor. Sie ist nur noch eine fromme Illusion und jede neue Vorhersage,
wann sie denn endlich kommt, entpuppt sich als „heiße Luft“ oder platzende
Seifenblase. Dieses „Gerede“ von Erweckung ist nur ein frommes
Sandkastenspiel zur Unterhaltung der Gemeinde ohne irgendeine Auswirkung auf
die Gesellschaft! Wir sollten uns mit besseren und handfesteren Dingen beschäftigen,
als weiterhin dieser falschen Hoffnung nachzujagen. Es gibt genug zu tun! Wie wäre es, statt allein den
Geistesgaben und immer neuen Lehren über Lobpreis und Apostolischen Dienst
mal den Menschen in unserer Nachbarschaft nachzujagen? Oder vielleicht den
Freunden unserer Kinder? Gibt es vielleicht Arbeitskollegen, die wir mal zum
Essen einladen könnten? Haben wir Zeit, Freundschaften mit Christen und
Leuten aus der „bösen Welt“ zu pflegen? Möglicherweise könnten wir sie ja von
unserem christlichen Charakter und Glauben begeistern? Oder gibt es da etwa
nichts, was Andere in Begeisterung versetzt? – Dann sollten wir
möglicherweise mehr an unserem Charakter und an unserer Liebesfähigkeit
arbeiten! Jawohl es muss sich vieles in der Gemeinde ändern – am allermeisten
wir selbst! Aber ist Hauskirche wirklich die Lösung für all die Probleme der
Gemeinde in Deutschland? Nein, mitnichten. Das kann sie nicht schaffen. Sie
kann ein Teil der Lösung sein, aber nicht mehr. Überhaupt glaube ich mehr und mehr, dass es nur eine Lösung für all
unsere Probleme gibt, und die heißt JESUS!
Hört sich vielleicht banal an. Ist es aber nicht. Das Heil liegt nicht
in Lobpreis und Anbetung. Das Heil liegt nicht in Lehre und Gebet. Das Heil
liegt nicht in der Evangelisation oder Barmherzigkeitsdiensten. Das Heil
liegt nicht in Seelsorge. Das Heil liegt nicht in unserer Glaubensvision. Das
Heil liegt nicht in Gemeindestrukturen, gesalbten Leitern oder der
Hauskirchenbewegung. Das Heil liegt ganz allein in einer Person: JESUS. Nur Jesus kann uns von unseren Krankheiten und Sünden heilen. Nur er
ist der Erlöser! Nur ER ist der Weg und die Tür! Nur ER unser Brot und unser
Wasser des Lebens. Unsere Seuche besteht darin, dass wir die liebevolle Nähe und
Kommunikation zur Quelle des Lebens verlassen haben und sie durch
„christliche Aktivitäten“ ersetzt haben! Sobald wir dieses tun, ist der Tod
im Topf. Das Leben erstarrt. Wir Charismatiker schaffen es vielleicht immer noch, uns durch
Lobpreis, Gebet und Halleluhjah in eine künstliche Begeisterung zu versetzen,
die vortäuscht, wir hätten das Leben noch. Das ist nichts weiter als ein
Sturm im Wasserglas! Wir können ganz prima und vorzüglich die Quelle lebendigen Wassers
mit endlosen Glaubensseminaren und christlichen Veranstaltungen ersetzen und
merken es nicht einmal im Entferntesten. Aber das wahre Leben fehlt. Jesus fehlt. Die Liebe fehlt. Und immer mehr Christen
scheinen das zu ahnen. Sie haben keinen Bock mehr auf Seminare und
Konferenzen. Sie haben keinen Bock mehr auf Gottesdienste. Und manche erhoffen ihre Erlösung jetzt von der neuen
Hauskirchenbewegung! Aber keine noch so tolle Bewegung kann uns erlösen. Das
kann nur Einer. Jesus, Jesus und noch einmal JESUS! – Was ER euch sagt, das
tut. Dann werdet ihr glückselig sein. Aber bitte versucht niemals, mehr zu
tun als ER sagt. Das sind tote Werke, die niemanden etwas nützen. Was Er Euch sagt, das tut. – Das tut aber auch wirklich. Ohne
Rücksicht auf Verluste. Dann kommt echtes Leben und echte Bewegung hervor! Es ist an der Zeit, dass wieder echte Bewegung ins Volk Gottes kommt.
Es ist an der Zeit, dass wieder echtes Feuer brennt. Es muss wieder echtes
Leben ins Volk Gottes hinein. Und dieses Leben gibt es nur an der Quelle. An
EINER Quelle: Jesus. Vielen Dank, dass Sie mir zugehört haben. In Liebe Don Ralfo
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