Einblicke in
unsichtbare Wirklichkeiten…
Als Christen glauben wir an das
Vorhandensein einer unsichtbaren Wirklichkeit, in der nicht nur Gott existiert,
sondern auch Engel, Dämonen und andere Geistwesen.
Gott hat seinen Kindern die Gaben des Heiligen Geistes gegeben, damit sie ihn
besser kennenlernen können und mit seiner Dimension vertraut werden.
Eine unter ihnen ist die Gabe der Geisterunterscheidung. Sie ist sehr nützlich,
wenn wir Erfahrungen mit der unsichtbaren Welt
machen, denn nicht alle übernatürlichen
Einflüsse kommen von Gott.
Auch wenn Glaube, Hoffnung und Liebe die höchsten Gaben sind, nach denen wir
streben können, sagt uns Paulus doch, daß wir um die Gnadengaben des Geistes
eifern sollen! (1.Korintherbrief Kap.14,1)
Ralf Förthmann
ist Gründer einer
charismatischen Freikirche in Hannover (Christengemeinde Anastasis)
und war dort viele Jahre als Ältester, Prediger und Lobpreisleiter engagiert.
Von 1994 bis 1997 arbeitete er vollzeitig als Bibellehrer und Lobpreisleiter im
CTZ (Christliches Trainingszentrum) Hannover. Danach ging er in seinen alten
Beruf als Krankenpfleger zurück. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.
Heute ist
eine Hauskirche und der Expowal (Eine unglaubliche
Kirche) seine geistliche Heimat
Hier kann man bestellen!
Podbielskistr.
71, 30177 Hannover
Telefon: (0511) 87 33 70
Telefax: (0511) 8 79 08 73
Empfehlungen
Touch
the Nations Ministry
schreibt zu diesem Buch:
Ralf Förthmann hat in diesem stark
biografischen Buch ein wichtiges und aktuelles Thema aufgegriffen. In sehr
gefälliger, leicht verständlicher Sprache fordert er den Leser heraus, sich der
Realität biblischer Perspektive zu stellen. Manch subjektives Erleben wird in
biblischen Kontext gesetzt und macht geistlichen Hunger auf eine authentische
Jesus-Nachfolge ohne „Wenn und Aber“.
Pastor, Liedermacher und Missionshelfer
schreibt:
Ein wertvolles,erfrischendes
und anregendes Buch. Sehr gut geschrieben, theologisch sauber und ehrlich.
Die vielen persönlichen
Zeugnisse des Verfassers weisen ihn als vertrauenswürdigen und ernsthaft
forschenden Jünger Jesu aus, dem man seine theologischen Aussagen und
Standpunkte gerne und unbedenklich abnimmt.
Was ist die Gabe der Geisterunterscheidung?
Verschiedene Arten der Wahrnehmung
Welche Geister kann man unterscheiden
Drei Strategien
von religiösen Geistern
1.) Gesetzlichkeit
(Gal. 3, 1-4)
2.) Streitsucht und
Rechthaberei
Woran erkennt man
Irrlehrer und falsche Propheten?
Die Gabe der
Geisterunterscheidung
© Ralf Förthmann
Horst, Harald und
ich saßen gemütlich beisammen. Wir hatten "Gebetsgemeinschaft". In
der letzten Zeit passierte das häufiger. Nachdem meine christlichen Freunde
alles versucht hatten, mich zum Glauben zu bekehren, und alle ihre Argumente
aufgebraucht waren, und ich auf alle ihre "Beweise" und
"Erfahrungen" mit "Gegenbeweisen" und
"Gegenargumenten" geantwortet hatte, blieb das immer als ihr letzter
Ausweg: "Wollen wir nicht zusammen beten?"
Ich hatte nichts
dagegen. Schließlich wollte ich Gott auch immer besser kennen lernen und
stärker erfahren. Zwar hatte ich ein völlig anderes Verständnis und Bild von
Gott als sie (mein Gottesbild war von Esoterik, indischer Meditation und
Okkultismus geprägt), aber das war für mich kein Problem. Wenn sie mit Jesus
sprachen, schloß ich einfach meine Augen und
meditierte. Ich dachte an das Mantra, das ich von
meinem Guru bekommen hatte, und öffnete mein Herz für "Gott." In
meiner Philosophie führten alle Religionen der Welt sowieso zu ein und
demselben Gott. Ob er nun Allah oder Jehova hieß, Nirwana oder kosmisches Bewußtsein. Ob ich nun Buddha, Mohammed oder Jesus folgte,
daß spielte für mich keine Rolle. Wir würden uns eines Tages alle an derselben
großen, goldenen Tür treffen und lachend feststellen, daß wir auf verschiedenen
Wegen, wenn sie nur konsequent gegangen wurden, zu dem selben Ziel gekommen
waren. Für mich gab es kein "richtig" oder "Falsch", kein
"Gut" und kein "Böse". Alles war eins und alles war Gott.
Ich mochte diese
Gebetsgemeinschaften lieber, als das ewige diskutieren um den richtigen Weg.
Sollten die Christen doch mit ihrem Jesus glücklich werden. Ihre
"Bekehrungsversuche" gingen mir auf die Nerven und es machte mich
aggressiv, wenn sie behaupteten, Jesus sei der einzige Weg zu Gott. Wenn wir
zusammen beteten, konnte ich mich so richtig von der Diskussion erholen und das
tat ich jetzt auch.
Plötzlich geschah
etwas Eigenartiges. Horst sprach im Gebet einen Satz aus, der die ganze
entspannte Atmosphäre schlagartig änderte: "Satan, ich binde dich und
befehle dir, in Jesu Namen, diesen Raum sofort zu verlassen!" Die Worte
trafen mich wir Hammerschläge. Ich hatte das Gefühl, daß sie wie spitze Pfeile
aus Horsts Mund kamen und mein Herz durchbohrten. Die ganze Luft schien
plötzlich mit Bosheit aufgeladen zu sein. Das war ja wie im Horrorfilm! Horst
und Harald schienen irgendwie meine erschreckte Reaktion wahrzunehmen und
fingen an, für mich zu beten. Es geschah alles in wenigen Augenblicken. Während
Harald betete: "Zeig es ihm, Herr, zeig es ihm,"
schienen seine Hände rötlich von innen zu glühen. Ich hatte eine fürchterliche
Angst und geriet zusehends in Panik. Der eigentliche Grund dafür war folgender:
Während Horst im Namen Jesu befahl, öffnete Gott mir die Augen, und ich wußte, daß der Teufel nicht irgendwo in einer Ecke des
Raumes war, sondern direkt in der Mitte meines Herzens saß, und daß ich ihm
gehörte! Ich war voller Finsternis! Nicht Gott erfüllte mein Herz, sondern eine
böse Macht. Fluchtartig stürmte ich aus dem Zimmer und rannte in die Küche.
Dort brach ich zitternd und weinend zusammen. Während mein Kopf auf der
geöffneten Backofenklappe lag und meine Tränen sich mit den Kuchenkrümeln
vermischten, hörte ich Horst im Nebenraum weiter beten. Er dankte Jesus für
seine Macht und betete für meine Befreiung. Er war nicht mehr zu bremsen.
Diesmal waren seine Worte nicht düster und bedrohlich, sondern kamen mir vor,
wie ein Strom silbernen Lichts. Etwas Dunkles mußte mein Leben verlassen. Ich
sah einen Dämon einige Meter über mir in der Luft schweben. Er war vielleicht
ein bis zwei Quadratmeter groß. Ich sah nur sein Hasserfülltes, ausgezehrtes
und zugleich leidendes Gesicht und wußte: Dieser
Bursche hatte mich gesteuert. Er hatte in mir gewohnt. Doch jetzt mußte er
gehen!
Ich brachte an
diesem Tag noch kein Übergabegebet an Jesus als den Herrn meines Lebens über
die Lippen. Aber in meinem Herzen wollte ich nur noch ihm gehören. Er hatte mir
die geistliche Realität überdeutlich gezeigt. Ich wußte,
es gibt nur einen wahren Gott und es gibt wirklich einen Teufel und Dämonen.
Ich wußte, es gibt nur einen Weg zu Gott – Jesus. Ich
wußte, es gibt Licht und Finsternis und ich konnte
sie seit diesem Tag deutlich unterscheiden. Und ich wußte,
ich würde Jesus nachfolgen.
Ich weiß nicht, ob
man das theologisch anhand der Bibel erklären kann, denn ich war ja noch nicht
einmal richtig wiedergeboren, nicht getauft und ich hatte noch nicht die Taufe
im Heiligen Geist, aber seit diesem Tag war die Gabe der Geisterunterscheidung
in meinem Leben wirksam.
Was ist die Gabe der
Geisterunterscheidung?
1.Kor. 12,8-11 Denn dem einen wird durch den
Geist das Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber das Wort der Erkenntnis
nach demselben Geist, einem anderen aber Glauben in demselben Geist, einem
anderen aber Gnadengaben der Heilungen in dem einen Geist, einem anderen aber Wunderwirkungen,
einem anderen aber Weissagung, einem anderen aber Unterscheidungen der Geister;
einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen aber Auslegung der
Sprachen. Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist und teilt jedem besonders
aus, wie er will.
Die meisten von uns
kennen sicherlich die Geschichte aus 2. Kön. 6, als
der König von Aram versuchte, den Propheten Elisa gefangenzunehmen,
weil dieser durch seine prophetische Gabe dem König von Israel stets die
Kriegspläne und Strategien des Königs von Aram verriet:
2.Kön. 6,14 "Da sandte er (der
König von Aram) Pferde und Kriegswagen dorthin und sein starkes Heer. Und sie
kamen bei Nacht und umringten die Stadt. Und als der Diener des Mannes Gottes
früh aufstand und hinausging, siehe, da umringte ein Heer die Stadt, und Pferde
und Kriegswagen. Und sein Diener sagte zu ihm: Ach mein Herr! Was sollen wir
tun?
Er aber sagte: Fürchte dich nicht! Denn
zahlreicher sind die, die bei uns sind, als die, die bei ihnen sind. Und Elisa
betete und sagte: Herr, öffne doch seine Augen, daß er sieht!
Da öffnete der Herr die Augen des Dieners,
und er sah. Und siehe, der Berg war voll von feurigen Pferden und Kriegswagen
um Elisa herum."
Der Herr öffnete die Augen des Dieners und
er sah!
Wer von uns möchte
nicht einmal einen Blick in die unsichtbare Welt werfen können, um die
Herrlichkeit der himmlischen Heerscharen zu sehen?
Wie sehr wurde der
Diener Elisas ermutigt und im Glauben gestärkt, als der Herr ihm die Augen für
die geistliche Realität öffnete!
Jetzt können wir
Elisas Gelassenheit verstehen, mit der er anschließend als einzelner Mann das
Heer der Aramäer an der Nase herumführte und sie
direkt vor die Flinte des Königs von Israel brachte.
Elisas Augen waren
nicht auf die sichtbare Wirklichkeit und das starke gegnerische Herr gerichtet,
sondern er durfte in die unsichtbare Wirklichkeit hinein schauen. Und dort
sahen die Kräfteverhältnisse völlig anders aus!
Und genau darum
geht es bei der Gabe der Geisterunterscheidung.
Es geht um ein
Wahrnehmen, ein hineinschauen in die unsichtbare Welt.
Im 1. Kor. 12,10
steht die Gabe der Geisterunterscheidung in der Mehrzahl. Es geht um
Unterscheidungen der Geister!
Das bedeutet, daß
es verschiedene Arten der Wahrnehmung gibt und verschiedene Arten von geistigen
Personen, die man unterscheiden kann.
Früher glaubte ich,
daß es bei dieser Gabe nur darum geht, Dämonen zu erkennen um sie besser aus
Leuten austreiben zu können oder vor falschen Propheten und Irrlehrern
schneller gewarnt zu werden, und ich war froh, nicht zu viel von der geistigen
Welt wahrzunehmen, weil ich glaubte, das gar nicht ertragen zu können
Der Himmel schien
mir voller Dämonen und finsterer Mächte zu sein. Ich vermutete, daß mir ständig
Dämonen auf den Fersen waren, um mich vom richtigen Weg abzubringen, und daß
ständig irgend so ein Kerl auf meiner Schulter saß, um mir schlechte
Neuigkeiten ins Ohr zu flüstern. Welch eine Lüge!
Dietrich Bonhoeffer
hat in seiner Gefängniszelle kurz vor seiner Hinrichtung durch die Nazis
gedichtet: "Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost,
was kommen mag! Das ist die Wahrheit!
Im Eph. 1,17 betet Paulus, daß der Vater der Herrlichkeit den
Ephesern den Geist der Weisheit und Erkenntnis schenken möge, damit sie ihn,
den Vater, erkennen würden.
Es geht zuallererst
darum, die guten geistlichen Mächte zu erkennen, die uns schützend umgeben,
oder, wie der Heilige Geist, sogar direkt in uns wohnen. , Es geht darum,
unseren Gott besser und tiefer zu erkennen.
Wenn wir in der natürlichen Welt etwas
beurteilen oder messen wollen, brauchen wir einen Originalmaßstab.
Wenn wir beispielsweise Falschgeld von
echtem Geld unterscheiden wollen, brauchen wir echtes Geld, mit dem wir das
Falschgeld vergleichen können, um die Unterschiede am Druck oder Papier festzustellen.So ist es auch mit der Unterscheidung der
Geister!
Was ist hier unser Originalmaßstab?
1.Kor.12,11
sagt: "Dies alles wirkt ein und derselbe Geist..."Unser guter Freund,
unser Beistand, der Heilige Geist, ist unser Maßstab!
Wenn wir Ihn gut kennen und uns ständig von
Ihm füllen lassen, wenn wir mit Ihm vertraut sind, werden wir alle anderen
geistigen Mächte viel besser unterscheiden können. ,
Ich bin sehr froh darüber, daß uns die
Person des Heiligen Geistes in den letzten Jahren durch Lehre und viele frische
Auswirkungen ganz neu vor Augen gemalt wurde.
Es ist die Person der Dreieinigkeit, mit der
wir es in unserer Beziehung zu Gott am meisten praktisch zu tun haben. Es ist
unmöglich, eine Beziehung zu Gott zu haben, ohne den Heiligen Geist. Wenn nicht
der Geist Gottes in dir wohnt, dann gehörst du überhaupt nicht zu ihm. Röm. 8,9 "Wenn aber jemand den Geist Christi nicht
hat, der ist nicht sein.
Wir können nicht am Geist Gottes vorbei zu
Jesus kommen. Wiederum können wir auch nicht ohne JESUS zum Vater kommen.
Als Jesus seine 33 Jahre in einem
menschlichen Körper auf der Erde verbrachte, war Er die Person der
Dreieinigkeit, die physisch auf der Welt war. Man konnte ihn sehen und anfassen
und man konnte seine Stimme hören.
Wenn man Jesus berührte, berührte man Gott.
Wenn man ihn ansah, sah man den Vater. Wenn
man seine Worte hörte, hörte man reine Worte des lebendigen Gottes.
Jesus war die einzige Möglichkeit auf der
Welt, in einen praktischen Kontakt mit Gott zu kommen. Es war unmöglich, eine
Beziehung zum Vater oder zum Heiligen Geist zu haben, aber Jesus abzulehnen. Nach
Jesu Tod und Auferstehung hat die Person des Heiligen Geistes seinen Platz auf
der Erde eingenommen (Joh.14, 26).
Ich möchte auf gar keinen Fall die zentrale
Bedeutung des Kreuzes und der Auferstehung Jesu für unseren Glauben
herabwürdigen. Nur wenn wir Jesus mit unserem Mund als Herrn bekennen und mit
dem Herzen glauben, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, werden wir
errettet (Röm.10, 9+10).
Alles was ich sage ist: Wir können nicht
ohne die Person und das Wirken des Heiligen Geistes zu Jesus kommen und ihn von
Herzen "Herr" nennen. Es ist auch unmöglich, Jesus nachzufolgen, ohne
vom Heiligen Geist geleitet zu werden. Ohne den Geist Gottes ist es unmöglich,
den Willen Gottes zu tun, wir haben keinerlei Kraft für irgend
etwas Gutes, Gott Wohlgefälliges!
Jesus selbst sagte, daß es nützlich für uns
ist, wenn er weggeht, denn wenn er nicht weggehen würde, würde der Beistand
nicht zu uns kommen.
Jesus ist jetzt von der Erde weggegangen und
der Heilige Geist ist für ihn gekommen.
Nachdem der Heilige Geist auf die Gemeinde
ausgegossen worden ist, ist es unmöglich, zu Jesus zu kommen, aber die Person
des Heiligen Geistes abzulehnen!
Das ist eine sehr, sehr wichtige Tatsache.
Denn es gibt viele Christen, die eine gestörte Beziehung zum Geist Gottes
haben. Sie betrachten den Heiligen Geist als eine mystische nebulöse Kraft,
ähnlich wie elektrischen Strom. Aber der Heilige Geist ist keine unpersönliche
Kraft, er ist genauso eine vollwertige Person wie Jesus und der Vater. Der
Heilige Geist wird von Paulus "Herr" genannt (2. Kor.3,17), genauso wie er Jesus "Herr" nennt. Er würde
sicher keine unpersönliche, zweitrangige Kraft "Herr" nennen. Die
Frage ist: Ist der Heilige Geist DEIN Herr?
Darf der Heilige Geist Herr in unseren
Gemeinden sein? Wie gehen wir mit unserem Herrn, dem Geist Gottes um? Wie
behandeln wir ihn, wenn ER zu uns redet? Wie können wir behaupten, daß wir
Jesus nachfolgen, wenn wir uns gegen das Wirken des Heiligen Geistes sperren?
Wer gegen den Heiligen Geist rebelliert, wenn er uns seine Gaben schenken
möchte, und sagt: das war nur für die Zeit der frühen Kirche da, der rebelliert
gegen Jesus!
Wer sich angewidert oder voller Furcht und
Zweifel vom Wirken des Heiligen Geistes abwendet, wenn er mit spektakulären
Auswirkungen wie Lachen und Weinen, Zittern oder Stöhnen, prophetischer Rede
oder tiefgreifender Buße kommt, der wendet sich von Jesus ab! Natürlich gibt es
in diesem Bereich auch seelische oder fleischliche Verhaltensweisen, die nicht
vom Geist Gottes herrühren, es kann so eine Art Gruppendynamik entstehen, mit
der versucht wird, das Wirken des Geistes zu kopieren. Wir müssen nicht jede
Bewegung mitmachen und auf jeder neuen Welle mitreiten.
Aber hüten wir uns davor, den Heiligen Geist zu betrüben und das Kind mit dem
Bade auszuschütten! Der Herr hat geboten, das Unkraut nicht vor der Zeit aus
dem Weizenfeld auszurupfen. Das übernehmen dann später die Engel für uns.
Vater, Sohn und Heiliger Geist sind sich
immer völlig einig. Der Heilige Geist macht keine Extratouren, wenn er meint,
daß es gut wäre, daß eine Person sich nicht mehr auf den Beinen halten kann,
daß es jetzt besser wäre, wenn sie sich auf dem Boden herum rollte, oder vor
Lachen prustend irgendwo in der Ecke läge. Der Geist Gottes tut nämlich immer
nur das, was Jesus ihm gesagt hat. Laßt uns dem
Heiligen Geist doch voll und ganz vertrauen, auch wenn wir nicht alles
verstehen, was er tut! Haben wir doch nicht so viel Angst vor dem Fleisch und
dem Teufel. Der Herr ist soviel mächtiger und größer als diese beiden. Er ist
in der Lage uns sicher zu leiten und zu führen. Wir haben die Verheißung, daß
seine Salbung uns lehren und in alle Wahrheit führen wird. (1.Joh 2,27+Joh
16,13)
Wenn wir in der Unterscheidung der Geister
wachsen wollen, brauchen wir eine herzliche, vertrauensvolle Beziehung zur
Person des Heiligen Geistes. Er ist solch eine wunderbare Person. Ist es nicht
gut, daß wir ihn kennen und spüren dürfen? (Joh.
14.17)
Verschiedene Arten der Wahrnehmung
Kor.
12,10 ...einem anderen aber Unterscheidungen der Geister
Genauso wie wir im Natürlichen die
verschiedenen Sinnesorgane besitzen, über die wir verschiedene Eindrücke und
Reize aufnehmen, hat unser innerer Mensch, unser Geist, verschiedene
Wahrnehmungsorgane. Wir haben "Augen des Herzens", "geistliche
Ohren", wir können "schmecken" wie freundlich der Herr ist, wir
können den "Wohlgeruch Christi" riechen und haben ein "inneres
Zeugnis" des Heiligen Geistes, wir können ihn tastend "fühlen und
finden".
(Eph.1,18. Jes.50,4+5. Ps.34,9. 2.Kor.2,15.
Röm.8,16. Apg.17,27)
In der Lernpsychologie hat man
herausgefunden, daß der Mensch auf sehr unterschiedliche Arten und Weisen
lernt.
Es gibt Menschen, die am schnellsten einen
Lerninhalt aufnehmen können, wenn sie ihn auf irgendeine Weise bildhaft
dargestellt sehen. Weitaus weniger Menschen lernen, indem sie nur gesprochene
Worte hören, und so über das Ohr die Lerninhalte aufnehmen.
Ein Kleinkind lernt, die Welt zu begreifen,
in dem es alles "be-greift" was so auf dem
Teppich oder in der Wiege herumliegt. In einem gewissen Alter muß auch alles in den Mund genommen werden, um auf
Geschmack und Konsistenz geprüft zu werden.
(Du kannst dir vielleicht meinen Schock
vorstellen, als ich eines Tages eines meiner "Krabbelkinder" am Napf
mit dem Katzenfutter erwischte, wie es genüßlich
darin herum rührte, und schon im Mund hatte.)
Genauso gibt es aber auch größere Kinder und
Erwachsene, die etwas am besten begreifen, wenn sie es selbst praktisch getan
haben. Sie lernen durchs anfassen, berühren und praktische ausprobieren.
Ein großes Hindernis für mich in der
Wahrnehmung der unsichtbaren Welt war, daß ich bestimmte Vorstellungen hatte,
wie sich Gott mir offenbaren müßte. Ich war sehr
fixiert auf das visuelle Erlebnis. Ich erwartete immer, daß eines Tages der
große Vorhang wie im Kino aufgehen würde, und daß dann ein dreidimensionaler
Film mit Stereoton vor meinen Augen abrollen würde,
selbstverständlich in Farbe! Ich erwartete, Jesus, die Heere des Himmels und
Dämonen genau so klar und deutlich vor mir zu sehen wie die natürliche Welt mit
meinen natürlichen Augen. Schließlich hatten Elisas Diener und andere Personen
der Bibel ja auch solche Erlebnisse.
Diese Erwartung wurde leider enttäuscht! Ich
war frustriert, fühlte mich von Gott nicht voll akzeptiert und verpaßte durch diese übertriebene Erwartung viele gute
"kleine" Offenbarungen, die vielleicht nicht so spektakulär, aber
durchaus sehr hilfreich gewesen wären. Immer, wenn prophetisch begabte Geschwister
ihre tollen "Bilder", Eindrücke und Visionen mitteilten, seufzte ich
innerlich und sagte zum Herrn: ,,So was möchte ich auch gern mal haben. Ich
kriege nie so etwas. Ich bin zwar auch prophetisch begabt, aber ich sehe nie irgend etwas!"
Eines Tages, als ich mit einem stark
prophetisch begabtem Bruder in einer Versammlung für Leute betete, drehte er
plötzlich seinen Kopf zur Seite und sagte zu mir: ,,Ralf, du hast doch gerade
ein Bild für diese Schwester gesehen, willst du es ihr nicht mitteilen?"
Ich wollte gerade enttäuscht protestieren: ,,Aber ich sehe doch keine Bilder," als ich einen sanften, leichten inneren Eindruck
hatte. Ich sah, wie diese Schwester mit eisernen Ketten um die Handgelenke
gefesselt war, und als sie die Hände preisend zum Herrn erhob eine Hand von
oben kam und diese Fesseln nach oben abzog und wegnahm.
Die Schwester wurde durch diesen Eindruck
sehr gesegnet; sie bestätigte das Bild und wir konnten viel gezielter für sie
weiter beten.
Ich hatte dadurch ein großes
,,Aha-Erlebnis". Also, das sind Bilder und Eindrücke vom Heiligen Geist.
Ich hätte diesen Impuls total übersehen und nicht beachtet, weil ich auf etwas
viel Größeres und Spektakuläreres gewartet hätte, wenn nicht mein prophetischer
Bruder mir diesen übernatürlichen Hinweis gegeben hätte.
Die häufigste Art, wie Gott mir begegnet und
mir Dinge offenbart, ist (neben der Tatsache, daß Gott durch sein Wort zu mir
spricht) das,,innere Zeugnis" des Heiligen
Geistes. Ich habe auch schon oft Gottes Stimme klar und deutlich gehört, und er
hat mir ganz konkrete Anweisungen gegeben oder mich einfach stark ermutigt,
aber das innere Zeugnis ist beinahe wie mein täglich
Brot.
Als ich mein allererstes Gebet vorsichtig,
zweifelnd aber erwartungsvoll gen Himmel schickte, betete ich sinngemäß diese
Worte: ,,Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann möchte ich dich gern kennen
lernen. Und wenn du dich mir wirklich klar zu erkennen gibst, dann sollst du
auch der uneingeschränkte Herr in meinem ganzen Leben sein."
Der Herr antwortete prompt und sofort.
Eine unerklärliche, überschäumende, helle
Freude floß in mich hinein und füllte mich von Kopf
bis Fuß. Das ganze Zimmer wurde hell. Selbst die Natur draußen schien plötzlich
von innen heraus mit diesem hellen Licht zu leuchten. Friede wie ein Strom durchflutete
meine Gedanken. Ich fühlte mich von Gott umarmt, angenommen und geliebt. Seine
Liebe wurde so reichlich in mein Herz gegossen, daß ich nur noch fähig war,
Gott für alles, was mir in den Sinn kam, zu danken. Danach fing ich an, vor
Freude zu tanzen.
Seitdem war ich in der Lage, die Gegenwart
Gottes und das Wirken des Heiligen Geistes überall zu spüren, wo er sich
bewegte. Das funktionierte sogar, wenn ich zum Beispiel anderer Meinung mit dem
Prediger war, oder vielleicht einer ganzen Gemeinde oder Bewegung gegenüber
skeptisch oder kritisch gegenüber stand.
Da waren vielleicht Fragen, Kritik oder
Skepsis in meinem Verstand, aber mein innerer Mensch, mein Geist, nahm dennoch
die Gegenwart Gottes und das Wirken des Heiligen Geistes wahr. Andererseits
litt ich auch unter vielen Gottesdiensten, die nach außen hin zwar fröhlich und
geisterfüllt schienen, aber innerlich merkwürdig hohl und leer waren.
Alle taten zwar ganz feurig und begeistert,
aber der Herr war scheinbar abwesend und unsere Begeisterung schien erzwungen
und selbstgemacht.
Laßt
uns nicht den Herrn begrenzen, indem wir ihm vorschreiben, auf welche Art und
Weise er uns Dinge aus der unsichtbaren Welt offenbaren soll. Wenn du nicht
viel siehst, kannst du Dinge vielleicht stark körperlich empfinden oder hören.
Vielleicht will der Herr auch über Geruchsempfindungen oder andere Arten der
Wahrnehmung arbeiten. Vielleicht gibt er dir einfach eine starke innere Gewißheit durch den Heiligen Geist. Finde deine
individuelle Art und Weise der Wahrnehmung unsichtbarer Dinge heraus.
Welche Geister kann man unterscheiden?
1.Kor.
12,10 ...einem Anderen aber Unterscheidungen der Geister.
Es gibt vier Arten von Geistern, die man
unterscheiden kann:
a) Gott (Vater, Sohn, Heiliger Geist)
b) Engel
c) Mächte der Finsternis
d) Der Geist des Menschen
Der Heilige Geist
Wie schon gesagt, ist es die Person des
Heiligen Geistes, mit der wir es hier auf der Erde am meisten praktisch zu tun
haben. Wenn wir spüren, das wir in die Gegenwart Gottes
kommen, spüren wir Seine Nähe, Seine Liebe, Seine Kraft.
Als frisch bekehrter, junger Christ hatte
ich ein interessantes Erlebnis. Ich wuchs in einer Gemeinde auf, in der es als,
"nicht- biblisch" galt, öffentlich in anderen Sprachen zu beten.
Deshalb übten auch nicht allzu viele Leute diese Gabe aus, und es wurde
höchstens hinter vorgehaltener Hand gemunkelt: ,,Dieser Bruder soll die Gabe
des Sprachengebets besitzen." Ich hatte vorher nie über das Sprachengebet
gehört oder gelesen und war in der Bibel auch noch nicht bis zur Taufe Jesu
vorgedrungen, wo es heißt, daß der Geist wie eine Taube auf Jesus herabkam.
(Natürlich hatte ich, wie es sich gehört, am Anfang des Buches zu lesen
begonnen, im 1. Buch Mose). Eines Tages saß ich in
einer, "Gebetsgemeinschaft" und hörte eine junge Frau beten. Irgend etwas an ihrer Art zu beten, faszinierte mich. Sie
schien anders zu beten als die anderen Geschwister. Ihre Worte schienen so
innig, hingegeben und voller Feuer zu sein. Ich hatte die Augen geschlossen und
konzentrierte mich auf den Herrn. Plötzlich schien es mir, als ob ihre Stimme
immer höher stieg und irgendwie von der Decke des Raumes auf mich herabkam.
Gleichzeitig sah ich das Bild einer Taube und es war mir, als ob die Stimme der
Schwester irgendwie mit der Stimme der Taube identisch wäre. Ihre Worte
schienen von der Taube hervorgerufen zu werden und eine angenehme Süße und
Schwere, die an wunderschönen Vogelgesang erinnerte, erfüllte jedes Wort. Kurz
darauf las ich in der Bibel den Bericht von der Taufe Jesu und der Ausgießung
des Geistes zu Pfingsten. Nun wußte ich Bescheid.
Diese Schwester hatte die Taufe im Heiligen Geist empfangen und praktizierte
das Sprachengebet! Später habe ich noch öfter diesen Eindruck einer Taube
visuell gesehen. Meistens ging es dabei um geisterfüllte Männer Gottes und ich
sah einfach, daß der Geist Gottes auf ihnen war.
In den ersten Jahren meines Christseins besuchte ich nicht nur Sonntagabends unseren
Gemeindegottesdienst, sondern ich war auch fast jeden Sonntagnachmittag und auf
unzähligen Konferenzen in einer guten geisterfüllten Bibelschule zu Gast. Sehr
oft hatte ich dort ein sogenanntes "durch die Tür-Geh-Erlebnis."
Irgendwie schien es in meinem Leben immer Kämpfe, Zweifel, Sünde, Depressionen
und Unglauben zu geben. Von Montag bis Samstag schien der Teufel ständig mein
ganzes Leben zu ramponieren und meine geistliche Waffenrüstung von oben bis
unten zu durchlöchern wie einen Schweizer Käse. Dann kam der Sonntagnachmittag.
Schon auf dem Weg zur Bibelschule freute ich mich die ganze Zeit auf die
Gegenwart Gottes, die mich erwarten würde. Sobald ich die Türschwelle
überschritt spürte ich die Gegenwart Gottes in dem Haus. Hier wohnten Leute,
die zu beten wußten, die den Herrn kannten und die
Anbeter waren! Sobald der Pianist anfing, leise auf dem Klavier zu spielen,
fing der Heilige Geist an, mir zu dienen, mich abzuwaschen und mit Glauben zu
erfüllen. Er ist so wunderbar! Man könnte ganz Bibliotheken füllen, wenn man
detailliert über alles schreiben würde, was der Heilige Geist ist, und was er
alles tut.
In den letzen Jahren ist eine ganz neue
Palette von Auswirkungen des Heiligen Geistes bekannt geworden, mit der ich
auch in näheren Kontakt gekommen bin. Wenn früher der Geist Gottes in starker
Weise auf mich kam, flossen sofort die Tränen bei mir. Nicht weil ich eine
Sünde begangen hatte und nun Buße tat, nein, einfach weil er so wunderbar und
heilig und schön war, und mich zutiefst in meinem Herzen berührte.
Seit einiger Zeit kommt fast nur noch ein
fast unbeherrschbares, berstendes Lachen auf mich, wenn der Heilige Geist auf
mich kommt. Ich habe den "neuen Wein" des Geistes in seiner
berauschenden Eigenschaft ganz neu kennengelernt. Wenn ich früher gelesen habe:
"Und sauft euch nicht voll Wein, sondern werdet voll des Heiligen
Geistes", hatte ich den Herrn schon immer im Verdacht, daß sein Geist uns
berauschen kann wie Alkohol. Aber ich hatte es nie erfahren. Seit geraumer Zeit
entwickele ich mich immer mehr zum "Heilig Geist Alkoholiker." Es ist
des öfteren vorgekommen, daß
ich "volltrunken" zum Dienst als Lobpreisleiter gekommen bin.
Zumindest bin ich bereits ein "Gelegenheitstrinker". Wann immer sich
die Gelegenheit bietet, trinke ich soviel "neuen Wein", wie in mich
auch nur hineinpaßt!
Ein richtiger Trinker trinkt nicht gern
allein. Am liebsten trinkt man mit guten Freunden in geselliger Runde. Dann
macht es erst so richtig Spaß! Eines meiner schönsten Erlebnisse dieser Art
hatte ich in Toronto/Kanada. Meine Frau und ich waren im April 95 im Rahmen
einer um 15 Jahre verspäteten Hochzeitsreise in der dortigen Vineyard Airport Gemeinde zu Gast. Ich fühlte mich sofort
in dieser Gemeinde wie zu Hause. Wir bemühten uns redlich, in den "Ministry-Zeiten" mehr vom Herrn zu empfangen, wenn die
Gebetsteams herumgingen und für die einzelnen Leute beteten. Vielleicht lag es
einfach dran, daß mit ein- bis zweitausend Leuten, die anwesend waren, der
Rahmen einfach zu groß war, und uns ablenkte, mehr vom Herrn zu empfangen. Die
ganz große Dusche des Heiligen Geistes blieb in den Versammlungen jedenfalls
meistens aus. Wie gut, daß der Herr nicht auf Gemeindegebäude und offizielle
christliche Versammlungen angewiesen ist! Der Heilige Geist kann auch mit dir
im Bus oder in der U-Bahn fahren.
Wir wollten an einem Tag in die Innenstadt
Torontos fahren und stiegen gerade in den Bus ein, als der Busfahrer uns wieder
ausladen wollte, weil wir nicht das richtige Kleingeld parat hatten. Eine
freundliche junge Dame mit ihrer Begleiterin schenkte uns daraufhin sofort die
passenden Münzen. Da ich meinte, eine der beiden schon auf dem Weg zur Airport-
Gemeinde gesehen zu haben, sprach ich sie an, ob sie auch dort zu Gast sei. Sie
bejahte, und schon entspann sich ein sehr fröhliches, munteres Gespräch. Es
war, als ob wir uns schon seit Jahren kennen würden. Es waren zwei farbige
Schwestern aus England in Begleitung von zwei anderen sehr urigen Schwestern
aus Großbritannien. Wir hatten viel Spaß miteinander. Wir unterhielten uns über
Jesus, den Vater und den Heiligen Geist und alles, was Gott so in Deutschland
und England tut. Wir lachten viel zusammen und binnen kurzer Zeit kam es mir
vor, als ob ich Sekt getrunken hätte. Ich fühlte mich so richtig fröhlich und
leicht albern, als ob ich einen Schwips hätte! Dieser Schwips dauerte ungefähr
eine ganze Stunde oder länger. Wir konnten nicht ruhig und gesittet bleiben.
Jede Spur von englischer Seriosität und deutscher Ernsthaftigkeit war
verflogen! Wir unterhielten mit unserem Gespräch den ganzen Bus. Die Leute
lächelten vor sich hin oder stießen sich gegenseitig an, wenn sie in unsere
Richtung guckten. Uns war das alles völlig egal! Nach einiger Zeit stieg ein
Mann in den Bus und setzte sich sofort zu uns. Er war auch Christ und kam aus
Australien. Wir unterhielten uns wie alte Bekannte, die sich seit längerer Zeit
nicht gesehen haben. Die Leute kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, als sie
herausfanden, daß wir alle uns erst im Bus kennen gelernt hatten, aber wie alte
Freunde zusammen saßen. Dann stiegen wir in die U- Bahn um. Wir stellten fest,
daß wir alle leicht beschwipst waren, und daß fröhliche Treiben ging in der U-
Bahn weiter. Plötzlich sah ich wie eine unserer Schwestern für einen Fahrgast
betete. Er hatte ihr von seinen Problemen erzählt und sie hatte ihn sofort
gefragt, ob sie für ihn beten dürfe. Anschließend kam der Mann auf mich zu und
fragte: "Dann bist du also auch einer von diesen Holy Rollers (Heilige
Roller)?" Ich antwortete: "Oh, ich rolle eigentlich nicht so viel,
ich bin mehr ein Holy laugher (Heiliger
Lacher)". Anschließend erklärte ich ihm, warum wir als Christen viel Grund
zum Lachen haben und gab ihm ein einfaches Zeugnis. Es war so leicht wie
Pfannkuchen essen! Ich habe keine große Gabe als Evangelist und hatte oft Mühe
mit Leuten über das Evangelium zu sprechen, weil ich nie wußte,
wie man so ein Gespräch locker und unverkrampft beginnt. Aber hier floß der Heilige Geist einfach so leicht und unbekümmert,
daß es mich keine Überwindung kostete, mit dem Mann zu sprechen. Einige
Fahrgäste hörten zu. Der Mann wurde am Abend von den englischen Schwestern in
der Gemeinde gesichtet und hatte sogar noch seine Mutter mitgebracht! Es gab
eine gute Evangelistische Botschaft. Alles paßte. Laßt uns doch mehr als Geschwister "Heilig-geist-beschwipst" Bus oder U- Bahn fahren!
Jesus
Der Heilige Geist hat viele Aufgaben und
wirkt viele verschiedene Dinge. Er kam auf Bezaleel
und Oholiab, um ihnen künstlerische Fähigkeit und
Kreativität beim Bau der Stiftshütte zu geben. Er kam auf Simson, um ihm
übernatürliche Kraft zu verleihen. Er gab den Propheten Visionen und die Gabe,
Wunder zu wirken.
Sicherlich ist es nicht die Hauptaufgabe des
Heiligen Geistes, uns betrunken zu machen. Seine Hauptaufgabe ist, Jesus zu
verherrlichen und uns die Augen für unseren Vater zu öffnen! ( Joh 16,14) ( 1.Kor.2,9-12)
Seit ich in der Bibel gelesen hatte, wie
Paulus und Johannes Jesus gesehen haben, habe ich immer wieder dafür gebetet,
daß ich Jesus von Angesicht zu Angesicht sehen möge. Wenn ich las, wie Kenneth Hagin seine Begegnungen mit unserem auferstandenen Herrn
beschrieb, daß seine Augen wie Brunnen voller flüssiger Liebe sind, dann bekam
ich eine unbeschreibliche Sehnsucht nach meinem himmlischen Zuhause und
besonders danach, Jesus zu sehen.
Durch die Gabe der Geisterunterscheidung
können wir feststellen ob der Vater, der Sohn oder der Heilige Geist gerade zu
uns spricht oder an uns handelt. Ich begegne Jesus am häufigsten, wenn ich ihn
direkt anbete, wenn ich Lieder über seinen Tod und seine Auferstehung singe,
wenn ich das Lamm Gottes und den Löwen von Juda
anbete und ihm mein ganzes Herz zu Füßen lege. So sehr ich auch den Heiligen
Geist liebe und schätze, Jesus eines Tages von Angesicht zu Angesicht zu sehen,
und vor Ihm zu stehen, bedeutet mir alles! Durch die Gnade Gottes durfte ich
vor einigen Jahren einmal einen kleinen Vorgeschmack davon haben. Es war
überraschend anders, als ich erwartet hätte.
Ich war in einem Gottesdienst während der
Anbetungszeit. Der Geist Gottes war in einer ungewöhnlichen Stärke und Kraft am
Wirken. Dann sah ich im Geist ein Gesicht vor mir. Es war wie eine bewegliche,
künstlerische Strichzeichnung und strahlte eine große Kraft aus. Ich erkannte
sofort, daß es Jesus selbst war. Ich fühlte mich in den Armen des Heiligen
Geistes völlig angenommen und geborgen, da lag kein Hauch von Ablehnung oder
Verurteilung in der Luft, ich spürte, wie ich total geliebt wurde. Dennoch sah
Jesus irgendwie ärgerlich aus, als er mir folgende Frage stellte: "Willst
du mir wirklich nachfolgen?" Nur dieser Satz. Er ging mir durch Mark und
Bein und eine große Verwunderung erfüllte mich. Ein anderer Satz, den ich aus
dem Mund Jesu hörte war: "Wenn du wirklich mehr Autorität von mir haben
möchtest, dann mußt du mir mehr Autorität über dich
geben!"
Neulich hatte ich eine andere starke
Begegnung mit dem Herrn, als ich den Bericht eines Traumes las, den Rick Joyner
vor einiger Zeit im "Morning Star Journal"
veröffentlicht hatte. Er erzählte davon, wie er im Traum eine starke Begegnung
mit Jesus hatte, und seinen Richterstuhl sah. Ich las diesen Bericht eigentlich
nur nebenbei im Kreise meiner Familie, während die Kinder irgendeine
Vorabendserie im Fernsehen verfolgten und meine Frau mich ab und zu ansprach.
Obwohl ich etwas abgelenkt war, gingen die Worte des Berichts tief in mein
Herz. Noch den ganzen Abend, während ich andere Dinge tat,
und beim Einschlafen mußte ich über Rick Joyners
Erlebnis nachdenken. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war sofort die
spürbare Gegenwart Gottes in meinem Zimmer. Verschlafen ging ich ins
Badezimmer. Ich mußte sofort wieder an die Worte des Traumes denken. Eine
gewaltige Welle des Heiligen Geistes erwischte mich unter der Dusche! Immer
wieder zogen diese Worte aus 2. Kor.5,10 durch meine Gedanken, während ein
Geist der Buße und der Furcht des Herrn mich total erschütterte: ,,Denn wir
müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange,
was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei
Gutes oder Böses".
An einigen Stellen im Neuen Testament wird
der Heilige Geist auch "der Geist Jesu Christi" genannt. Ich glaube,
es war ganz spezifisch dieser ,,Geist Jesu Christi", der in mir eine
starke Ehrfurcht und Buße auslöste. Das Wort Ehrfurcht ist eigentlich noch viel
zu schwach. Es war der ,,Schrecken des Herrn", der auf mich kam. Ich wußte, daß Jesus mein ganzes Herz und meine ganzen Motive
in diesem Moment durchschauen konnte.
Ich war nackt und bloß wie ein
aufgeschlagenes Buch vor Ihm. Er kannte alle meine Werke und all mein Versagen.
Nichts konnte ich vor Ihm verstecken. Er sah auch alle guten Dinge und mein
Bemühen ihm nachzufolgen. Er sah, wie vieles von meiner sogenannten
,,Nachfolge" religiös, selbstgemacht und nicht aus der Kraft seiner Gnade
heraus geschah. Der Geist Jesu Christi brachte mich zu seinem Richterstuhl.
Ich kam mit meiner Körperpflege diesmal
nicht zu ende. Halbfertig wankte ich aus dem Badezimmer, um den Herrn weiter zu
suchen und zu beten.
Ist Dir Jesus schon einmal in seiner
Eigenschaft als Richter begegnet, oder kennst Du Ihn nur als Deinen Erretter,
Helfer in der Not oder als Freund?
Petrus sagt in Apg.10,42
:,,Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und ernstlich zu bezeugen, daß
er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist."
Petrus spricht hier über Jesus. Wann hast Du
das letzte mal in einer Predigt diese Botschaft
gehört, daß Jesus der Richter der Lebenden und der Toten ist?
Paulus sagte: ,,Wir müssen alle vor dem
Richterstuhl Christi offenbar werden."
Das schließt Dich und mich und alle Christen
mit ein, nicht nur die Ungläubigen.
Ich habe das Wort, alle" im Urtext
nachgeschlagen und festgestellt: Alle bedeutet alle!
Wenn ich mir den ganzen Berg von stinkender
Sünde und Lauheit gerade auch in unseren sogenannten ,,charismatischen"
Gemeinden betrachte, (und ich habe festgestellt, daß ,,charismatisches Fleisch
genauso eklig und dreckig ist wie ,,evangelikales Fleisch") dann habe ich
den Eindruck, daß wir Jesus als Richter wieder ganz neu erkennen müssen.
Jawohl, alle, die wir an Jesus als unseren
Herrn und Erlöser glauben, werden errettet werden und nicht mit einem
Verdammungsurteil vor dem Richterstuhl Christi rechnen müssen. Wir glauben, daß
Jesus selbst die Strafe für unsere Sünden trägt und das
wir deshalb keine Strafe mehr erwarten müssen.
Aber wie wollen wir eigentlich Jesus an
jenem Tag in die Augen schauen und Ihm den Grund für all unsere Lauheit und
Trägheit erklären? Wie wollen wir Ihm erklären, daß wir tatenlos zugeschaut
haben, wie Millionen von Menschen in den Abgrund der Hölle gegangen sind? Wie
wollen wir Ihm erklären, warum wir keine Zeit für Bibel lesen und Gebet hatten,
während wir sehr viel Zeit für fernsehen, Hobbys und andere Dinge hatten?
Ich wünschte mir, ich würde Ihm mehr kennen!
Mein einziger Trost in dieser Sache ist, daß Jesus gesagt hat: ,,Wer mich
sieht, der sieht den Vater!"
b) Engel
Apg.10,3 (Kornelius) sah in einer Erscheinung ungefähr um die
neunte Stunde des Tages deutlich, wie ein Engel Gottes zu ihm hereinkam und zu
ihm sagte...
Die Bibel ist voll von Engelgeschichten. Wir
wissen, daß sie die Fähigkeit haben, einen materiellen Körper anzunehmen, mit
Menschen zu essen und zu trinken, und die verschiedensten Dinge zu tun. Ein
Engel befreite Petrus nachts aus dem Gefängnis und schlug ihm an die Seite, um
ihn zu wecken. Er meinte, verschlafen wie er war, trotzdem nur ein Gesicht zu
sehen. Visionen von Engeln scheinen zur Zeit der
Apostelgeschichte etwas sehr häufiges gewesen zu sein. Kornelius sah einen
Engel in einer ,,Erscheinung".
Als Petrus nach seiner Befreiung an die Tür
der Gemeinde klopfte, und die Magd mit dem Namen Rhode es der Gemeinde aufgeregt
berichtete, winkten die Brüder nur müde ab :,,Schon wieder eine von diesen Engelerscheinungen!" Ich habe im Laufe meines Christseins immer wieder dafür gebetet, daß ich Begegnungen
mit Engeln habe, und so wie Kornelius deutlich sehen kann, wenn sie mich
besuchen, oder in der Gemeinde am Wirken sind. Im Laufe der Jahre ist meine
geistliche Wahrnehmungsfähigkeit um einiges gestiegen, aber sie könnte noch um
einiges "deutlicher" werden. Das erste Mal, als ich bemerkte, daß ein
Engel mir diente war bei folgender Gelegenheit: Mein Vater war schon relativ
alt und sehr krank. Er rief mich an, ob ich ihn besuchen könne. Er war so
schwach, daß er nicht mehr aus eigener Kraft zur Toilette gehen konnte, und die
Frage stand im Raum, ob ich ihn ins Krankenhaus bringen müßte.
Ich fing an für meinen Vater zu beten und bat Gott auch ganz konkret um die
Hilfe und Unterstützung seiner Engel, weil die Wohnung meiner Eltern immer voll
war von Geistern der Bedrückung und Krankheit. Oft kamen wir munter und
fröhlich bei meinen Eltern an, um sie zu besuchen, und kamen dann derart unter
diese Decke von Müdigkeit, Traurigkeit und Krankheit, daß wir ganz erschöpft
und beladen wieder nach Hause fuhren. Ich hatte meinem Vater zu jedem
Geburtstag und zu Weihnachten christliche Bücher geschenkt, die er auch immer
brav las, ich hatte ihm öfter von meinem Leben mit Jesus erzählt und unzählige
Diskussionen mit ihm über den Glauben gehabt. Er wollte sich einfach nicht
bekehren und öffnete seine Herzenstür immer nur einen kleinen Spalt. Er glaubte
an Evolution, er sei zu alt, er könnte vieles nicht glauben und hatte tausend
Ausreden. Ich war es leid und hatte seit Jahren nicht mehr mit ihm über Jesus
gesprochen. Alles war gesagt worden, und ich hatte keine Kraft mehr und traute
mich auch nicht mehr, ihn auf dieses Thema anzusprechen. Während ich betete,
keimte Glauben und Hoffnung in meinem Herzen auf, der Geist Gottes erfüllte
mich und gab mir den Eindruck, daß ich meinen Vater fragen sollte, ob ich für
seine Heilung beten dürfe. Dann setzte ich mich ins Auto und fuhr los. Ich
betete in Sprachen und lobte Gott während der Fahrt. Plötzlich bemerkte ich,
daß neben mir auf dem Beifahrersitz eine unsichtbare Person saß! Manchmal kann
man bei Menschen spüren, daß sie dich von hinten anschauen. Wenn du dich dann
umdrehst, schauen sie meistens weg, weil es ihnen peinlich ist, daß sie dich
angestarrt haben. So ein ähnliches Gefühl hatte ich bei dieser Person auf dem
Beifahrersitz. Ich spürte, daß sie mich beobachtete. Aber von ihr ging eine
leichte, heilige Freude aus! Ich überlegte, ob es der Heilige Geist war,
stellte dann aber fest, daß der Geist Gottes in mir war und mich erfüllte, er
saß nicht neben mir. Und dennoch war diese andere Gegenwart einer guten,
göttlichen Person neben mir spürbar da. Ich kam zu dem Schluß,
daß es ein Engel Gottes sein mußte und fing an, mich noch mehr als vorher zu
freuen und den Herrn zu preisen. Ab und zu sprach ich in Richtung des leeren
Beifahrersitzes: "Hallo Engel, schön daß du da bist und mich begleitest.
Bin mal gespannt, was zu Hause bei meinem Vater passiert!" Als ich zu
Hause bei meinem Vater ankam, war keinerlei Decke von Bedrückung in der Wohnung
zu spüren. Der Heilige Geist breitete sich sofort in der ganzen Wohnung aus,
während ich mit meiner Stiefmutter sprach. Mein Vater saß auf dem Balkon. Das
Gespräch ging sofort um Jesus und den Heiligen Geist. Meine Stiefmutter konnte
seine Gegenwart spüren und berichtete erstaunt, daß eine unbekannte Freude ihr
ganzes Herz erfüllte. Ich konnte mit ihr beten und sie lud Jesus in ihr Herz
ein. Dann ging ich zu meinem Vater auf den Balkon. Er sah sehr müde und schwach
aus. Als ich ihn fragte, ob ich ihm die Hände auflegen und für ihn beten
dürfte, war er sofort einverstanden. Ich erklärte ihm, daß Gott ihn heilen
würde und fing an zu beten. Es ging alles so leicht wie Butter. Er fühlte sich
sofort besser. Danach konnte ich ihm unter der Salbung des Geistes erklären,
daß er von neuem geboren werden müsse und wie das geschehen würde. Die Worte
drangen voll in sein Herz. Es gab keinerlei Diskussion oder Widerstand. Er
versprach mir zu beten, wenn er allein wäre. Am nächsten Tag war mein Vater
schon viel kräftiger und konnte wieder allein aufs Klo gehen. Am folgenden Tag
war er wieder völlig gesund. Er lebte nach dieser Begebenheit noch etwa ein
weiteres Jahr in guter Gesundheit und obwohl er nicht in die Gemeinde mitkam,
weiß ich, daß er errettet war, als er starb.
– Danke Jesus, für den Dienst deiner Engel!
–
Einige andere Male nahm ich Engel in einer
visuellen Art und Weise wahr. Es war immer auf der Ebene von
"Eindrücken" und "bewegten Bildern", nicht von Angesicht zu
Angesicht, aber trotzdem oft recht eindrucksvoll. Während einer großen
Gebetskonferenz befanden wir uns einmal in geistlichem Kampf für Deutschland.
Während Lobpreis und Anbetung in den Himmel aufstiegen und einige sehr
vollmächtige Proklamationen über das Land ausgesprochen wurden, öffnete der
Herr meine Augen für das, was in der unsichtbaren Welt passierte. Ich sah vor
meinen geistlichen Augen den Himmel über Deutschland. Unsere Gebete hatten eine
derartige Vollmacht, daß es schien, als ob Gott als Antwort mit einem riesigen
Stab oder ähnlichem Gerät den ganzen Himmel umrühren würde. Der ganze Himmel
wurde blaß und fahl, die Weltbeherrscher der
Finsternis erschraken vor dem Herrn und der Autorität seiner Kinder. Dann sah
ich die Armeen des Herrn losmarschieren. Es waren Engel mit grimmigen
Gesichtern die mit großer Entschiedenheit in den Kampf marschierten. Sie hatten
Fackeln in ihren Händen. Nach den Fackelträgern kamen die Heere der
Bogenschützen. Pfeile regneten vor ihnen herab. Danach kamen Reiter in großer
Zahl. Nachdem die Engelsheere ihre Arbeit getan hatten, sah ich wie die Taube
des Heiligen Geistes neu über Deutschland schwebte. Danach änderte sich das Bild,
und aus der Taube wurde plötzlich ein Flugzeug aus dem ersten Weltkrieg, daß mit Maschinengewehren schoß.
Diese Vision ereignete sich 1991 oder 1992 und ich glaube, daß es sich dabei
auch um die neue Bewegung des Heiligen Geistes in Deutschland drehte, die wir
seit Ende 1994, Anfang 95 erleben. Eine neue Erfrischung und Bewegung des
Geistes kam nach Deutschland, aber dann begannen Kämpfe um diese Bewegung. Das
Flugzeug war aus dem ersten Weltkrieg. Das bedeutet: Diese Kämpfe sind nicht
neu! Wann immer der Heilige Geist etwas neues tut,
wird dieses Wirken von skeptischen Christen bekämpft, die dieses neue Wirken
nicht verstehen und nicht in ihre alten Schubladen einordnen können. Wann immer
der Heilige Geist in einer neuen Weise ausgegossen wird, gibt es nicht nur
Segnungen, es gibt auch Trennungen zwischen Brüdern.
Gal. 4,29: Aber so wie damals der nach dem
Fleisch Geborene den nach dem Geist Geborenen verfolgte, so ist es auch jetzt.
c.) Mächte der Finsternis
Apg
16,16 Es geschah aber, als wir zur Gebetsstätte gingen, daß uns eine Magd
begegnete, die einen Wahrsagergeist hatte.
Wie erkannten Paulus und seine Gefährten,
daß die Magd von einem Wahrsagergeist beherrscht wurde? Sie folgte Paulus und
seinem Team nach und rief einfach nur die Wahrheit über sie aus: "Dies
sind Knechte Gottes, des Höchsten, die euch den Weg der Rettung (oder des
Heils) verkündigen." Diese Botschaft war richtig, aber Paulus und seine
Gefährten hatten durch die Unterscheidung der Geister die dämonische Quelle
dieser Äußerungen entdeckt. Es spricht vieles dafür, daß dieser Wahrsagergeist
sogar die beherrschende, geistliche Macht über der ganzen Stadt Philippi war, denn als Paulus den Geist aus der Magd
ausgetrieben hatte, geriet die ganze Stadt in Aufruhr, und die obersten
Behörden der Stadt ließen sie mit Ruten schlagen und ins Gefängnis werfen. Wir
wissen, daß Paulus und Silas im Gefängnis nicht
aufgaben, sondern um Mitternacht beteten und Loblieder sangen. Als das Erdbeben
geschah, wurden nicht nur die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert, sondern
die Grundfesten der Mächte der Finsternis in der ganzen Stadt. Der
Kerkermeister bekehrte sich mit seinem ganzen Haus und ließ sich und die Seinen
sofort taufen. Das war der geistliche Durchbruch für die erste Christengemeinde
der Stadt Philippi! Andere biblische Beispiele, bei
denen die Gabe der Geisterunterscheidung mit ihm Spiel war, sind zum Beispiel
die Konfrontation von Petrus und Jesus in Matthäus 16,23 als Petrus mit seinen
gutgemeinten, menschlichen Ratschlägen Jesus vom Weg ans Kreuz abbringen will,
und Jesus den Teufel selbst als Urheber dieser "liebevollen"
Ratschläge erkennt. Sein Wort: "Geh hinter mich, Satan,"
war sicherlich nicht zuerst an Petrus gerichtet, sondern an den, der ihm diese
menschlichen Gedanken ins Ohr flüsterte.
In Luk. 13, 11-16
erkennt Jesus einen Geist der Schwäche als Krankheitsursache der zusammengekrümmten Frau; und der dämonisierte Gerasener (Mark. 5,1-9 und Lukas 8,26-29) gebärdet sich
deshalb so wild, weil Jesus schon von weitem die finsteren Mächte erkannt hatte
und ihnen geboten hatte, aus dem Menschen auszufahren.
Ich habe schon in der Vorgeschichte erwähnt,
daß ich mit vielen okkulten Dingen zu tun hatte, bevor ich Christ wurde, und
daß ich bei meiner Befreiung einen Dämon über mir sehen konnte, der in mir
gewohnt hatte. Mein Hauptgötze war Musik. Bestimmte Arten der Rockmusik waren
wie Gott für mich. Wenn ich meine Lieblingsmusik hörte, durfte niemand reden,
um nicht den Genuß den der Musik zu stören. Ich ging
nicht aus dem Haus, wenn eine bestimmte Platte lief, bis der letzte Ton der
Platte abgelaufen war. Ich stieg nicht aus dem Auto, bis mein Lieblingssong im
Autoradio zu Ende war. Musik war mein Leben. Als ich Christ wurde, gab ich
Jesus zu 100 Prozent die Herrschaft über mein Leben und Jesus trat diese
Herrschaft auch praktisch an.
Es war kurz nach meiner Bekehrung. Ich hatte die aus meinem "alten Leben" stammenden Drogen
die Toilette hinuntergespült und wollte ganze Sache mit Jesus machen. Aber ich
hörte immer noch meine alte Musik. Als ich eines Tages gemütlich auf dem Bett
saß und einer meiner alten Platten zuhörte, hatte ich ein seltsames Erlebnis:
Während ich mit geschlossenen Augen den Tönen lauschte, sah ich, wie ein
dämonisches Gesicht den Rillen der Platte entstieg. Es sah ähnlich aus, wie der
Dämon, der mich verlassen hatte. Sein Gesicht war leidend und ausgezehrt. Ich
erkannte, daß es der Geist war, der die Musik inspiriert hatte. Ich hatte keine
Angst vor ihm, denn ich wußte, daß ich Jesus gehörte,
ich fand das Ganze nur sehr interessant und überraschend. Aber während ich der
Musik weiter zuhörte und mir diesen Geist betrachtete, bemerkte ich, wie dieser
Geist Einfluß über mich gewinnen wollte. Ich
bemerkte, wie sein Gesicht eine Kraft auf mein Gesicht ausübte. Meine
Mundwinkel wurden nach unten gezogen, wie die Mundwinkel des Geistes, mein
Gesichtsausdruck schien sich zu verändern und dem Gesichtsausdruck des Geistes
anzupassen. Ich hatte keine Angst, aber in mir stieg ein großer Ärger auf. Es
war ein heiliger Zorn gegen den Teufel und seine Machenschaften. Ich nahm einen
Hammer und zerstörte die ganze Platte.
In der Folgezeit hörte ich mir noch einige
andere Platten an, um sie auf Dämonen zu testen. Wieder konnte ich die Mächte
sehen, die die Musik inspiriert hatten. Einige Platten kamen unter den Hammer.
Da ich eine recht umfangreiche Plattensammlung hatte und ich es mir nicht antun
wollte, jede einzelne Platte durchzuhören, schaffte ich kurzerhand die ganze
Plattensammlung aus dem Haus und hörte ab diesem Zeitpunkt nur noch christliche
Musik.
Eines Tages wurde ich in die
Wohngemeinschaft eingeladen, in der Manfred wohnte,
ein Arbeitskollege von mir, dem ich schon einmal Zeugnis gegeben hatte. Ein
Bruder aus Indien, der zu der Zeit mit mir zusammen wohnte, wollte für die
ganze Wohngemeinschaft indisch kochen. Ich ahnte, daß der Herr an diesem Tag irgend etwas besonderes vorhatte. Wir saßen in der Küche und
plauderten, während Siradj, der Inder, das Essen
vorbereitete. Das Gespräch drehte sich bald auch um den Glauben an Jesus. Von
den Leuten der WG schlug mir viel Skepsis entgegen. Dann betrat Taina, eine junge Frau, die ich auch entfernt
von der Arbeit her kannte, die Küche. Ich wußte, daß
sie etwas mit Drogen und indischer Meditation zu tun hatte. Sie war eine
Jüngerin Bhagwans gewesen, und auch zu diesem Guru nach Indien gefahren. Ein
ungutes Gefühl stieg in meiner Magengegend auf. Ich fühlte mich wie gelähmt und
hatte den Eindruck, daß eine starke, finstere Kraft von Taina
ausging. Ich wollte anfangen zu beten, um diese finsteren Mächte zu binden,
doch in der Gegenwart der anderen traute ich mich nicht, das laut zu tun. So
ging ich für eine kurze Zeit auf die Toilette, um meinem Herzen Luft zu machen
und wenigstens halblaut zu beten. Ich band alle Mächte der Finsternis und
proklamierte, daß Jesus viel stärker ist als alle Mächte von Okkultismus,
Meditation und Drogen. Dann ging ich wieder zurück in die Küche. Kaum betrat
ich den Raum, als die junge Frau auffallend eilig die Küche ohne Angabe von
Gründen verließ. Sie kam nicht wieder, auch nicht zum Essen. Ich triumphierte
im Geist: Der Böse ist besiegt! Danach gab es einen großen Freiraum, über das
Evangelium und über meine eigenen Glaubenserfahrungen
zu sprechen. Später ging ich allein mit Manfred, meinem Arbeitskollegen in sein
Zimmer und wir beteten zusammen. Er nahm Jesus als seinen Herrn an.
Eine ganze Zeit später half ich beim Umzug
eines befreundeten Ehepaares mit. Sie zogen in die gleiche Straße, in der sich
auch die Wohngemeinschaft befunden hatte, nur eine ganze Reihe von Häusern
weiter. Ich war mit Streichen der Fensterrahmen im zukünftigen Wohnzimmer
beschäftigt. Auf einmal bemerkte ich, wie das gleiche unangenehme Gefühl in
meinem Magen hochkam, daß ich damals in der Küche verspürt hatte, als ich die
junge Frau ansah, die in östliche Religion und Drogen verstrickt war. Es fühlte
sich haargenau gleich an. Die verschiedensten Gedanken flogen durch meinen
Kopf. Ist Taina jetzt vielleicht gerade ein paar
Häuser weiter am meditieren oder im LSD-Rausch? Fängst du langsam an, verrückt
zu werden? Leidest du vielleicht unter Verfolgungswahn? Jedenfalls entschloß ich mich, diese dämonische Kraft, die mich scheinbar
attackierte und die ich deutlich in meiner Magengegend spürte, nicht zu
tolerieren. "Du dämonischer Geist von Taina
R." sagte ich mit Entschiedenheit," ich
binde dich in dem Namen Jesu! Verlaß sofort diesen
Raum!" Nichts rührte sich. Ich fühlte mich schlecht. Nach einer Weile des
Betens, entschloß ich mich, dem Herrn Lobpreislieder
zu singen und den Sieg Jesu zu proklamieren. Der Kampf dauerte etwa eine halbe
Stunde lang. Danach konnte ich wieder frei durchatmen und hatte den Eindruck,
daß der böse Geist gegangen war. Als ich einige Zeit später den Mülleimer auf
die Straße brachte, um ihn in die Mülltonne zu kippen, kam ich an den
Briefkästen des Hauses vorbei. Ich guckte, ob der Name meiner Freunde schon
angeschrieben war, und bekam wahrscheinlich Augen groß wie Wagenräder, als ich
folgenden Namen an einem der Briefkästen fand! Taina
R.! Atemlos fragte ich meine Freunde, ob diese junge Frau vorher in dieser
Wohnung gelebt hatte. Genau in dem Zimmer wo du gerade die Fenster streichst,
war ihre Antwort. Seit dieser Zeit bete ich jede
Wohnung frei, in die ich neu einziehe! Es gibt nicht nur finstere Mächte, die
an Personen gebunden sind, sondern auch Dämonen, die unabhängig von Menschen an
bestimmte Orte oder Länder gebunden sind. Besonders der Götzendienst (Anbetung
von Dämonen) und Blutschuld geben dem Feind ein Anrecht, nicht nur in den
Menschen zu wohnen, die diese Dinge verübt haben, sondern auch an den Orten, an
denen diese Dinge geschehen sind. Wer davon noch nicht überzeugt ist, der lese
doch einmal Jes. 34, 5-17. Dort ist vom Gericht über Edom die Rede, daß auch später eingetroffen ist. Der Herr
sagt in dieser Prophetie, daß das ganze Land durch sein Gericht menschenleer
gemacht würde und nur noch Tiere und Dämonen in seinen Trümmern hausen würden.
Es ist davon die Rede, daß dort die Bocksdämonen einander begegnen würden und
die Lilit (ein Nachtdämon) dort einen Ruheplatz für
sich findet. In Vers 17 steht sogar, daß der Herr selbst ihnen diesen Ort
zugeteilt hat. Preis sei Gott, der uns in dem Namen Jesu Autorität über die
ganze Macht des Feindes gegeben hat (Luk. 10, 17-19)!
Wir brauchen uns keine dämonischen Belästigungen gefallen zu lassen und sollten
dafür sorgen, daß unsere Wohnungen und Häuser zu "dämonenfreien
Zonen" werden. Dazu brauchen wir noch nicht einmal die Gabe der
Geisterunterscheidung, sondern einfach nur Glauben an das Wort Gottes und die
Macht des Namens Jesu! Wichtig ist, daß wir Selbst dem Teufel keinen Raum durch
fortgesetzte Sünde geben, daß wir nicht mit ihm kooperieren. Es ist auch
wichtig, uns nicht ständig mit dem Feind zu beschäftigen und zu versuchen, aus
jedem Busch einen Dämon hervor zu klopfen. Unser Wettkampf besteht nicht darin,
unsere Augen fest auf den Feind gerichtet zu halten, um jeden seiner Schläge
sofort parieren zu können, sondern wir sollen von allem anderen wegschauen und
nur allein auf Jesus schauen (Hebr. 12, 1-3). Wenn
der Teufel versucht, uns davon abzulenken, dann dürfen wir ihm ohne Angst und
mit Entschiedenheit widerstehen und er muß von uns
fliehen. Es ist aber auch sehr wichtig, nicht passiv und ängstlich zu sein,
wenn wir merken, daß wir es mit Mächten der Finsternis zu tun haben. Wir müssen
wirklich standhaft im Glauben widerstehen, bis wir merken, daß wir den Sieg
haben. Jesus hat am Kreuz den Feind besiegt und entwaffnet (Kol
2,14-15). Diesen Sieg sollen wir im Glauben unbeirrbar festhalten, wie hoch die
Wellen auch scheinbar gehen und wie sehr sich die "alte Schlange"
auch winden mag. Er ist ein besiegter Feind und wir sind im Team der Gewinner!
Religiöse Geister
Apg.
20,29-30: Ich weiß, daß nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch
hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen
Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge
reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her.
1.Tim.
4,1+2: Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten manche vom
Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von
Dämonen achten, durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen
Gewissen gebrandmarkt sind.
Wir neigen als Christen oft dazu, mit
ausgestrecktem Zeigefinger auf die böse Welt zu zeigen und erschreckt zu
beklagen, was der Teufel alles tut, um mehr und mehr Bereiche der Gesellschaft
zu unterwandern und noch mehr unter seine Herrschaft zu bringen. Wir beklagen
die Zunahme von Gewalt und Pornographie in den Medien, den Vormarsch von
Esoterik und New Age an den Schulen und in der Wirtschaft, wir machen uns
Sorgen um das Wachstum von Sekten und dem Islam in Deutschland. Ein Schauer
läuft uns den Rücken herunter, wenn wir uns ernsthaft in die Augen sehen und
übereinstimmend feststellen: der Antichrist kommt bald!
Stell dir mal vor, du wärst ein großer
Feldherr und hättest schon ganz Europa durch deine militärische Macht
eingenommen, das ganze Volk zu Sklaven gemacht und alle wichtigen Offiziere ins
Gefängnis gesteckt, während alle wehrfähigen Soldaten schon in deine eigene
Armee übergelaufen sind. Aber da wäre noch eine gefährliche Stadt
übriggeblieben, die sich dir nicht unterworfen hat, die eine geheimnisvolle
Superwaffe besitzt, und ständig versucht, durch furchtlose Terrorkommandos
deine Gefangenen zu befreien und überall im Land einen Aufruhr gegen dich
anzuzetteln. (Mir fällt in diesem Zusammenhang ein kleines gallisches Dorf mit
zwei wohlbekannten Helden ein)
Was wäre deine Reaktion? Würdest du die
gefährliche Stadt möglichst in Ruhe lassen und deine ganzen Soldaten damit
beschäftigen, die Gefängnisse noch besser zu bewachen und die Sklaven noch mehr
zu bedrücken und den Grenzzaun um ganz Europa zu verstärken? Oder würdest du
versuchen mit allen Mitteln den Widerstand dieser gefährlichen Stadt zu
brechen?
Ich glaube nicht, daß der Teufel so dumm
ist, alle seine Heerscharen gegen Menschen einzusetzen, die sowieso schon seine
Gefangenen sind, die gut bewacht sind und ihm überhaupt nicht gefährlich werden
können.
Ich bin fest davon überzeugt, daß der
Hauptangriff des Teufels der Gemeinde Jesu gilt, und daß er versucht, überall
seine Spione und Undercoveragenten einzuschleusen.
Das Volk Gottes, der Leib Jesu auf der Welt,
ist der einzige Gegner, der ihm gefährlich werden kann, und er setzt alles
daran, uns zu schwächen und zu lähmen und schachmatt zu setzen. Ich glaube, er
hat seine besten und gefährlichsten Offiziere auf die Gemeinde des lebendigen
Gottes angesetzt! Und diese Offiziere sind betrügerische Geister; sie kennen
sich sehr gut mit der Bibel aus und sie produzieren fortwährend "Lehren
von Dämonen."
Wir brauchen nicht nach dem Antichrist
Ausschau zu halten, und vor den falschen Propheten zittern, die von außen in
unsere Gemeinde einbrechen wollen, denn aus unserer eigenen Mitte werden Leute
aufstehen, die verkehrte Dinge reden. Grobe Irrlehrer und falsche Apostel sind
eigentlich leicht zu erkennen, weil sie immer versuchen, die Person Jesu
Christi in ihrer Bedeutung herabzusetzen. Entweder sie verleugnen seine
Auferstehung, sein Kommen im Fleisch, seine Geburt von einer Jungfrau, seinen
Tod am Kreuz, oder die Tatsache, daß er ganz Gott und ganz Mensch war. Sie
versuchen ständig, irgendeine Zentrale Wahrheit über den Sohn Gottes
abzuschneiden oder zu verdrehen.
Wir können diese zentrale
Wahrheiten leicht am Wort Gottes überprüfen. (1.Joh. 4,1-5)
Aber es gibt religiöse Geister, die
innerhalb der Gemeinde wirken, die weitaus schwieriger zu erkennen sind, weil
sie äußerst geschickt mit dem Wort Gottes und biblischen Wahrheiten umgehen
können.
Lies doch einmal die Versuchungsgeschichte
Jesu Christi durch ( Math. 4,1-11) und versuche zu
erklären, warum es Sünde gewesen wäre, wenn Jesus aus Steinen Brot gemacht und
sich von der Zinne des Tempels gestürzt hätte. Jesus hat doch auch aus Wasser
Wein gemacht. Er war doch wirklich der Sohn Gottes. Gott hat doch wirklich
gesagt, daß seine Engel uns auf den Händen tragen würden, wie viel mehr den
eingeborenen Sohn Gottes!
Ich habe Jahre gebraucht, um diese
Versuchungen einigermaßen zu verstehen und bin mir nicht sicher, ob ich den
gleichen Test wie Jesus bestehen würde.
Wir als Charismatiker
glauben doch wohl schließlich an Wunder. Würden wir nicht jede Gelegenheit
ausnutzen, um Steine in Brot zu verwandeln? Es geht doch schließlich um die
Verherrlichung Jesu und die Verlorenen, oder nicht?
Ich möchte nicht das eigene Nest
beschmutzen, alles was ich sagen möchte, ist folgendes: Religiöse Mächte
arbeiten oft sehr subtil und sind mit ihren falschen Lehren manchmal sehr
schwer zu erkennen, und sie machen garantiert nicht vor uns Charismatikern
halt.
Ihr lieben Evangelikalen, bildet euch bitte
nicht ein, religiöse Geister sind nur bei uns schwärmerischen Pfingstlern und Charismatikern am
Werke! Ihr wißt doch: Wenn ihr ständig mit
ausgestrecktem Zeigefinger auf uns zeigt und vor uns warnt, dann zeigen drei der
übrigen Finger auf euch selbst!
Wir haben doch einen gemeinsamen Herrn -
Jesus Christus! Möglicherweise haben wir vergessen, daß wir auch einen gemeinsamen Feind haben, den Teufel. Ich kann es nur
auf das Wirken von religiösen Geistern zurückführen, daß der Feind es geschafft
hat, uns zu trennen und auseinander zu dividieren. Wir brauchen nicht nur eine
gute Kenntnis des Wortes und die richtige Theologie, wir brauchen auch die Gabe
der Geisterunterscheidung, um das Wirken dieser betrügerischen Geister zu erkennen,
zu entlarven und davon frei zu werden. Und wir brauchen die Salbung des
Heiligen Geistes, der uns in alle Wahrheit führen will. Wir haben die
Verheißung (1.Joh. 2,26-27) daß seine Salbung in uns bleibt und uns über alles
belehrt, was wir im Hinblick auf die Verführer wissen müssen. Das ist eine
Verheißung für jeden Christen.
Drei Strategien von religiösen Geistern
1.) Gesetzlichkeit
(Gal. 3, 1-4)
In diesem Kapitel des Galaterbriefes
beschreibt Paulus, daß die Galater regelrecht von
betrügerischen Geistern "bezaubert" wurden. Sie hatten sich vom
gekreuzigten Jesus Christus und von seiner Gnade abgewendet (Gal. 1,6) und
wollten nun aus Gesetzeswerken vor Gott gerecht werden.
Das ist eine Gefahr für einen jeden
ernsthaften Christen. Wir wollen doch alle Jesus mit ganzem Herzen nachfolgen.
Wir nehmen es ernst, wenn Jesus sagt, daß wir nicht unser eigenes Leben lieben
sollen. Wir nehmen alle seine Gebote ernst und wollen sie von ganzem Herzen
befolgen. Wir wissen, wie wichtiges ist, zu beten und das Wort Gottes zu
kennen. Wir wollen seine Zeugen sein und uns ist bewusst, daß die ganze Welt
verloren geht und Milliarden Menschen in die Hölle wandern, wenn wir unseren
Missionsauftrag nicht erfüllen. Und genau an diesem Punkt haken religiöse
Mächte ein. Gerade wenn unser Gewissen an diesen Punkten sensibel und nicht
abgestumpft ist, kommen ihre "wohlmeinenden" Ratschläge in unsere
Gedanken: Du betest nicht genug! Du liest nicht genug die Bibel! Gestern hast
du eine Chance verpasst, Zeugnis zu geben! Streng dich mehr an! Du bist ein
Waschlappen!
Der Teufel ist ein Sklaventreiber. Er
arbeitet mit Verdammnis und Schuldgefühlen und treibt uns zur Eile an. - Wen
der Teufel nicht bremsen kann, den treibt er an!
Wenn wir auf die Vorschläge von Geistern der
Gesetzlichkeit eingehen, stellen wir unseren Wecker tatsächlich eine Stunde
früher ein, um "stille Zeit" zu machen. Wir fangen tatsächlich an,
mehr Bibel zu lesen und gehen mit einem Missionstrupp von Tür zu Tür. Uns wir
sind stolz darauf! Und weil wir anfangen, stolz auf unsere
"Leistungen" zu werden, fangen wir an, die Christen zu richten, die
es nicht schaffen, die gleichen Leistungen zu bringen. "Dieser Bruder
trinkt ein wenig viel Bier, findest du nicht?" "Diese Schwester hat
aber eine sehr lockere Moral!" "Unser Pastor hat ja wohl kaum ein
Gebetsleben!" Et cetera, et cetera,
et cetera. Bekanntlich kommt
der Hochmut vor dem Fall, und der Fall nach dem Hochmut. Weil unsere ganzen
beeindruckenden geistlichen Erfolge nicht aus der Kraft des Heiligen Geistes
und durch Glauben an seine Gnade hervorkommen, geht uns meistens schon sehr
bald die Puste aus. Der Zusammenbruch ist vorprogrammiert. Nach dem Hochmut
kommt der Fall. Wir können nicht aus eigener Kraft dem Herrn nachfolgen.
Geister von Gesetzlichkeit produzieren einen endlosen Teufelskreis von eigener
Leistung und Bemühen dem Herrn zu gefallen und einer Kette von Zusammenbrüchen
und Versagen, weil wir unsere hochgesteckten geistlichen Ziele niemals auf
Dauer erreichen können. Wir können dem Herrn niemals gefallen, indem wir unsere
religiösen Pflichten erfüllen. Wir gefallen dem Herrn nicht, weil wir beten,
Bibel lesen und missionieren, sondern weil wir an sein vergossenes Blut glauben
und die Gabe des Heiligen Geistes annehmen. (Röm.
14,18)
Wenn Du bemerkst, wie Du anfängst dich
selbst und andere zu richten, kannst Du sicher sein, daß Du einem Geist von
Gesetzlichkeit auf den Leim gegangen bist. Von Jesus wird gesagt, daß er ein
wunderbarer Ratgeber ist (Jes. 9,5) und daß unser
Vater uns nicht anklagt und verdammt (Röm 8, 33+34).
Jesus selbst ist unser Fürsprecher und Rechtsanwalt. Der Teufel ist der Verkläger der Brüder. Er ist es, der uns mit Anklagen,
Leistungsdruck und Verdammnis überziehen möchte. Wenn wir auf die Gedanken und
Predigten des Feindes hören, werden wir zu Pharisäern und unerbittlichen
Richtern und Anklägern werden, die die Gnade unseres Herrn Jesus vergessen
haben, und versuchen, durch ihre eigenen guten Werke vor Gott gerecht zu sein.
Das ist Gesetzlichkeit. Gesetzlichkeit ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine
entsetzliche Seuche!
Gal
5,4 sagt: "Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz
gerechtfertigt werden wollt, ihr seid aus der Gnade gefallen".
Leider gibt es eine ganze Reihe von
Predigern, die ganz oder teilweise von dieser Seuche der Gesetzlichkeit
befallen sind. Sie versuchen ständig, ihre Zuhörer moralisch unter Druck zu
setzen und ihre Versammlungen zu beherrschen, indem sie Schuldgefühle wecken.
Weil sie Selbst Versager sind, halten sie den Christen ständig ihr Versagen vor
Augen. So wird niemals das Reich Gottes gebaut werden. Das Reich Gottes besteht
aus Friede, Freude und Gerechtigkeit im Heiligen Geist (Röm
14,16) und nicht aus Verzweiflung, Traurigkeit und Schuldgefühlen in einem
religiösen Geist von Gesetzlichkeit!
Der Herr hat einmal deutlich und klar zu mir
gesprochen, daß ich keine Botschaften annehmen soll, die mich verzweifelt und
hilflos zurücklassen, verurteilt und ohne eine Möglichkeit der Änderung. Eine
Predigt muß Glaube, Hoffnung und Liebe in mir
bewirken, sonst ist es keine Predigt vom Herrn. Jawohl, der Herr redet manchmal
auch scharf und zurechtweisend, aber wenn diese Zurechtweisung wirklich vom
Herrn ist, wird sie mich niemals in Hoffnungslosigkeit zurücklassen. Der Herr
führt immer vermittels seiner Güte zur Umkehr (Röm
2,5). Wenn er will, daß ich in einer Sache umkehre und Buße tue, gibt er immer
eine große Kraft und Freudigkeit dazu!
Wenn der Feind mich anklagt, hat er tausend
verschiedene Anklagepunkte, die sehr verwirrend, verwaschen und unklar sind.
Sein Fazit unter diesen Anklagepunkten ist immer ein dunkles, drohendes - du
bist schlecht! - Wirklich schlääääächt! Wenn der Herr
will, daß ich Buße tue, ist er sehr klar, liebevoll und genau. Es handelt sich
nur um einen einzigen Punkt. Ich weiß ganz genau im Herzen, daß er recht hat,
und daß er mein Bestes will. Ich weiß, er wird mir seine Gnade geben, mit
dieser Sünde zu brechen und sie in Ordnung zu bringen. Sein Fazit unter der
ganzen Botschaft lautet: Du bist mein lieber Sohn, und ich möchte, daß es dir
gut geht. Du hast Dich ein wenig beschmutzt, komm, laß
es dir abwaschen! Der Herr möchte, daß wir ihm aus einer Motivation des Glaubens
und der Liebe dienen. Alles, was nicht aus Glauben heraus geschieht ist Sünde (Röm 14,23)! Alles, was wir nur aus Schuldgefühlen und Pflichtbewußtsein heraus tun, sind tote Werke ohne
irgendeine Auswirkung für das Reich Gottes. Laßt uns
die Altäre der Gesetzlichkeit in unseren Gemeinden und Werken umreißen und
diesen religiösen Geist aus unserer Mitte davonjagen!
2.) Streitsucht und Rechthaberei
(1.Tim 6,3-5) In diesen Versen ist von
Leuten die Rede, die sich nicht den gesunden Worten unseres Herrn Jesus
Christus und seiner Lehre zugewendet haben. (Sie sind auf Lehren von Dämonen
hereingefallen) Weil sie aufgeblasen und stolz sind, müssen sie ständig
streiten und zanken. Sie sind erkrankt an Streitfragen und Wortgezänken.
Daraus entstehen Neid, Streit, Lästerungen, böse Verdächtigungen und ständige
Zänkereien von Menschen, die in der Gesinnung verdorben und der Wahrheit
beraubt sind.
2.Tim
2,14: Dies bringe in Erinnerung, indem du eindringlich vor Gott bezeugst, man
solle nicht Wortstreit führen, was zu nichts nütze, sondern zum Verderben der
Zuhörer ist
.
Oh du glücklicher Christ, der sie nicht
kennt, diese endlosen Diskussionen um die Wahrheit und die richtige Theologie!
Scheinbar werden besonders Leiter und Mitarbeiter von diesem Virus befallen,
doch können gelegentlich ganze Gemeinden und Bewegungen in diesen ungöttlichen
Strudel gerissen werden. Müssen wir wirklich immer im Recht bleiben? Können wir
uns wirklich nicht einmal irren? Herr, erbarme dich über uns! Wie viel Leid und
Zerstörung ist schon im Leib Jesu angerichtet worden, weil wir gemeint haben,
um der Wahrheit willen gegeneinander kämpfen zu müssen. Wortstreit ist immer
zum Verderben der Zuhörer. Wie viele Christen haben unsere Gemeinden und Werke
verbittert und enttäuscht verlassen und sich wieder der Welt zugewandt, weil
wir meinten, auf unserer Position (der absoluten Wahrheit) beharren zu müssen,
ohne Rücksicht auf Verluste? Eine Frau Gottes hat einmal gesagt, manche
Christen würden sich eher von Frau und Kindern trennen, als von ihrem Dogma.
Natürlich gibt es viele Heilstatsachen in der Bibel, an denen nicht gerüttelt
werden darf, und die wir auf keinen Fall zur Disposition stellen dürfen.
Aber müssen wir wirklich versuchen, Haare zu
spalten? Ich bin fest davon überzeugt, daß es in den meisten Fällen unserer
Streitigkeiten überhaupt nicht wirklich um die Wahrheit und den Willen Gottes
geht, sondern um ganz brutale, nackte fleischliche Interessen unsererseits! Es
geht um unser Ansehen, um unsere Position in der Gemeinde um unseren Sessel und
unser Geld. Es geht um Stolz, - wir können nicht zugeben, daß wir Unrecht
haben, weil wir unser Gesicht verlieren könnten. Manche geistlichen Entwicklungen
sind uns unbequem, weil wir in Gefahr geraten könnten, unser Leben ändern zu
müssen. Wir möchten es lieber bequem haben, so wie es immer war. Wir haben es
uns doch so schön gemütlich eingerichtet.
Ich möchte es mir und meinen Lesern ersparen,
weiter auf Einzelheiten einzugehen. Ich habe viel zu viel von diesem Schrott
gehört, gelesen und an eigenem Leibe erlebt. Ich bin es leid! Natürlich müssen
wir als Christen nicht in einem frommen Duckmäusertum leben, wir dürfen ruhig
auch mal laut unsere Meinung sagen und auch Unmut äußern. Ich glaube nicht, daß
Gott will, daß wir auf Zehenspitzen in der Gemeinde herumgehen und Eiertänze
vollführen müssen, um auch ja niemand zu verletzen. Aber es gibt einen Punkt,
wenn man seine Meinung ein oder zweimal geäußert hat, zu schweigen und zu
beten. Wer eine Sache immer wieder aufrührt, sorgt für Zank, Streit und
Trennungen und die Mächte der Finsternis feiern ihre Triumphe.
Ein Diener Gottes soll nicht streiten (2.Tim
2,24)! Ich möchte jeden Christen ernsthaft bitten, wenn er in solch einer
Situation, wie der beschriebenen ist, in sein Herz hinein zu schauen, nicht in
seinen Verstand, und den Herrn folgendes zu fragen: "Geht es mir wirklich
um Dich und Deine Ehre? Geht es mir wirklich um Dein Reich und Deine Wahrheit?
Oder geht es mir um MICH und MEINE Ehre? Geht es mir um mein Ansehen und meine
Bequemlichkeit? Geht es mir um meine Position in der Gemeinde und meinen
Arbeitsplatz, mein Geld?"
Wenn es bei Streitpunkten mit Geschwistern
um fleischliche Interessen unsererseits geht, ist die Tür der Einladung an
religiöse Mächte sperrangelweit offen! Wir werden die phantastischsten
theologischen Ideen bekommen, und alle biblisch beweisen können, um unseren
Standpunkt felsenfest zu zementieren. Und wenn wir gut im Formulieren und
Predigen dieser Theologie sind, werden wir vielleicht Tausende von Christen
irreleiten und viele Leben zerstören. Ich glaube, daß religiöse Geister auf
diesem Gebiet ihre größten Triumphe über den Leib Jesu feiern, denn was kann
ein zertrennter, sich selbst verstümmelnder Leib schon viel gegen den Feind
ausrichten? Wir brauchen viel Aufrichtigkeit unseren eigenen Motiven gegenüber,
und Bereitschaft zur Umkehr, wenn wir diese religiösen Mächte erkennen und von
ihrem Sockel stoßen wollen. Der Herr möge uns Gnade und den Geist der
Unterscheidung geben!
3.) Süße Worte, schöne Reden
Röm.
16,17+18 Ich ermahne euch aber, Brüder, daß ihr Acht habt auf die, welche
entgegen der Lehre die ihr gelernt habt, Parteiungen und Ärgernisse anrichten,
und wendet euch von ihnen ab! Denn solche dienen nicht unserem Herrn Christus,
sondern ihrem eigenen Bauch, und durch süße Worte und schöne Reden verführen sie
die Herzen der Arglosen.
Judas
4 Denn gewisse Menschen haben sich heimlich eingeschlichen, die längst zu
diesem Gericht vorher aufgezeichnet sind, Gottlose, welche die Gnade unseres
Gottes in Ausschweifung verkehren und den alleinigen Gebieter und unseren Herrn
Jesus Christus verleugnen.
Die Taktik dieser Sorte von betrügerischen
Geistern ist in diesem Fall der Taktik der Geister von Gesetzlichkeit völlig
entgegengesetzt.
Diese Art von religiösen Geistern und ihre
Sprachrohre wollen uns "Honig ums Maul schmieren".
Sie erlauben uns einfach alles. Sie reden
nur von den Dingen, die uns in den Ohren kitzeln. Sie betrügen uns mit
Schmeichelei. "Hast du schwer gesündigt? Alles halb so schlimm! Gott
drückt bei dir bestimmt ein Auge zu". Bestimmt ist Gott nicht so gemein,
daß er wirklich Menschen in die Hölle schickt, er ist doch Liebe! Man muß doch nicht alles so eng sehen und nur in schwarz und
weiß Schemata denken. Sei nicht so radikal! Du könntest sonst noch fanatisch
werden."
So oder ähnlich lauten die Parolen. Die
Wurzel dieses Problems ist "unser Bauch", die Selbstsucht. Wenn wir
stark an Selbstsucht gebunden sind, wenn im Zentrum all unseres Denkens,
Fühlens und Handelns unser eigenes dickes fettes Ego steht, dann können wir
Probleme mit diesen Geistern der Schmeichelei und Liberalität bekommen.
Ich möchte kurz davon berichten, wie ich als
junger Christ beinahe die Lehre der Allversöhnung neu
erfunden hätte.
Ich hatte Probleme mit einer Sünde im
sexuellen Bereich, die ich scheinbar einfach nicht loswerden konnte. Ich hatte
deshalb schon mehrfach Gebet und Seelsorge in Anspruch genommen, ich wußte, daß diese Sache Sünde war. Aber weder mein eigenes
Gebet, noch das Gebet der Anderen schien zu helfen. Ich geriet oft in
Verdammnis und starke Schuldgefühle. Würde der Herr mich noch lieben und könnte
ich sein Kind bleiben, wenn ich weiter fortfahre, in dieser Sünde zu leben? Es
steht doch geschrieben: Wenn wir mutwillig sündigen, gibt es keine Rettung mehr
für uns. (Auch hier waren religiöse Geister im Spiel, - Stichwort
Gesetzlichkeit)
Dann kam ich auf einige "kluge"
Ideen. So genau steht das doch eigentlich gar nicht in der Bibel, daß das
wirklich Sünde ist, was ich da tue! Wenn das gar nicht so genau in der Bibel
steht, daß das Sünde ist, dann ist es bestimmt von Gott erlaubt.
Ich fing an die Sünde zu genießen. Gottes
große Liebe und Gnade schienen auf einmal so mächtig und bedeutsam zu werden,
daß ich nicht mehr glauben konnte, daß Gott es überhaupt zuläßt,
daß Menschen in Ewigkeit verloren gehen. Bestimmt war die Hölle nur eine
Drohung vom Herrn, damit wir die Nachfolge Jesu ernst nehmen und wirklich zu
ihm kommen, weil es uns bei ihm eben viel besser geht. Und er will ja nur Gutes
für uns. Ich fand Bibelstellen, die meine Hypothese untermauerten. Gott würde gewiß am Ende alle Menschen in den Himmel aufnehmen und
dann würden alle über diesen göttlichen Scherz, genannt Hölle, lachen.
Ich fand die Schriftstelle, wo gesagt wird,
daß Jesus durch sein Kreuz alles mit sich versöhnt hat, was auf der Erde und
was in den Himmeln ist, (Kol. 1,20) und kam zu der glorreichen Überzeugung, daß
der Teufel und seine Engel sich am Schluß bestimmt
auch bekehren würden und ganz bestimmt nicht in Ewigkeit gequält würden. Gott
kann doch wohl nicht so grausam sein?
Eines Tages hatten wir einen berühmten
christlichen Schriftsteller und Dichter in der Gemeinde zu Gast. Einige der
Aussagen seiner Predigt stimmten ganz erfrischend mit meiner neuen Lehre
überein. Ich bemerkte allerdings, daß die Ältesten der Gemeinde und einige
ältere Geschwister ganz unruhig bei seiner Predigt wurden und sich gegenseitig
vielsagende Blicke zuwarfen. Nach dem Gottesdienst wurden einige gezielte
Fragen an den Prediger gerichtet. In dem folgenden Frage- und Antwortspiel
machte der Prediger immer mehr Aussagen, die stark an meine eigene neue Lehre
erinnerten. "Der Teufel ist nur der Schäferhund Gottes und wird am Ende
auch errettet werden". Er zitierte meine Bibelstelle aus dem
Kolosserbrief!
Später machte das Wort in der Gemeinde die
Runde: "Vorsicht vor dieser Lehre, das ist ein Allversöhner!"
Eine Schwester nahm mich kurz beiseite, als ich mein Unverständnis über diese
Ablehnung der Predigt äußerte, fackelte nicht lange und betete kurz für mich.
Sofort platzte die Lehre der Allversöhnung wie eine
Seifenblase. Ich erkannte die Wahrheit, und wurde sofort von diesem
Gedankengebäude befreit.
Aber dieses Erlebnis war äußerst lehrreich
für mich. Ich fing an zu sehen, wie religiöse Geister arbeiten, und wie man um
seine eigenen Sünden herum die tollsten Irrlehren aufbauen kann. Wenn wir
unsere sündigen Gewohnheiten nicht ändern wollen, müssen wir halt das Wort
Gottes ein bißchen ändern. – Gott bewahre uns davor! Laßt uns aufmerksam sein, wenn die Lehre der Liebe und
Gnade Gottes überzogen wird. Wir wollen nicht die Gnade unseres Gottes in
Ausschweifung verkehren. Wir wollen nicht unserem eigenen Bauch dienen, sondern
von ganzem Herzen dem Herrn, der uns durch sein Blut erkauft hat und dem wir
ganz gehören. Wir wollen für Jesus, das Lamm Gottes, leben und sterben.
Woran erkennt man Irrlehrer und falsche
Propheten?
Es gibt außer den drei Varianten religiöser Mächte,
die ich beschrieben habe, sicherlich noch viele andere Schattierungen und
Untergruppen, die so zahlreich und üppig blühend sind, daß ich sie gar nicht
alle beschreiben kann und möchte. Da gibt es zum Beispiel Christen, die Israel
so sehr lieben, daß man den Eindruck bekommt, nicht Jesus, sondern Israel sei
ihr Gott. Andere Christen wiederum scheinen Israel und die Juden zu hassen und
wollen überhaupt nichts mit ihnen zu tun haben. Sie leugnen, daß die Juden in
der heutigen Zeit noch irgendeine heilsgeschichtliche Bedeutung haben.
Es gibt Christen, die in einer übertriebenen
Art und Weise die verstorbenen Heiligen verehren und Engel anbeten. (Kol. 3,18)
Es gibt die verschiedensten Arten von triefender Frömmelei und kaltem
Verstandesglauben.
Wenn ich es mit Christen zu tun habe, bei
denen ich den Eindruck habe, daß sie mit religiösen Geistern infiziert sind,
fühle ich mich meist sehr unwohl in ihrer Gegenwart. In den meisten Fällen sind
diese religiösen Geister "missionierend". Sie möchten gern ihre falschen
Lehren weiterverbreiten, und ich fühle mich sehr schnell unter einen frommen
Druck gesetzt. Es nützt nicht viel, mit solchen Menschen zu diskutieren und
ihnen ihre unbiblischen Standpunkte zu erklären, da ihr Verstand von religiösen
Geistern besetzt, und somit nicht zugänglich für gesunde biblische Argumente
ist. Du kannst ihnen einschlägige, eindeutige Aussagen aus der Bibel vorlesen,
aber sie werden dennoch bei ihren falschen Behauptungen bleiben.
Der Knackpunkt ist nicht die richtige oder
falsche Theologie, sondern das Herz des Menschen.
Niemand wird ein Irrlehrer allein durch
lehrmäßigen Irrtum! Selbst die besten Bibellehrer können und werden sich in den
verschiedensten Punkten irren. Niemand ist vollkommen, alle haben Bereiche, in
denen "blinde Flecken" vorhanden sind oder "weiße Flecken auf
der Landkarte". Niemand kann für sich in Anspruch nehmen, die vollständige
Wahrheit der Bibel von vorn bis hinten zu Verstehen. Wir sind alle Lernende.
Ein Jünger Jesu zu sein, bedeutet ein Schüler zu sein, ein Lernender! Wenn
jemand einen unbelehrbaren Geist hat, und ständig alles besser weiß, als alle
anderen Prediger und Bibellehrer, ist er in großer Gefahr.
Jak.
3,1+2 Werdet nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wißt,
daß wir ein schwereres Urteil empfangen werden! Denn wir alle straucheln oft.
(Oder viel; oder in vieler Hinsicht) Wenn jemand nicht im Wort strauchelt, der
ist ein vollkommener Mann.
Das Wort "straucheln, das Jakobus hier
gebraucht, heißt im Griechischen "ptaio".
Es bedeutet: fehlen, irren, sündigen, anstoßen, anprallen.
Armer Jakobus! Er gibt hier offen zu, daß er
und alle seine Mitlehrer sich oft irren, daß er fehlbar ist, und sogar manchmal
sündigt! Und das alles in bezug auf die Lehre und die
Verkündigung des Wortes Gottes!
Ist nun Jakobus deshalb ein Irrlehrer?
Sollten wir vielleicht den Jakobusbrief lieber rasch aus der Bibel
herausreißen, zerknüllen und in den Papierkorb werfen? –
Ich glaube, wir sollten uns als
"Lehrer" lieber nicht so groß aufblasen, und so tun, als ob wir alles
wissen, und alle Erkenntnis haben.
Bekanntlich bläht die Erkenntnis auf, und
die Liebe erbaut. Wir sollten vielleicht mal ab und zu etwas Luft aus unserem
aufgeblähten Kopf ablassen und aus unserem Schwebezustand hoch über allen
Anderen wieder zurück auf den Teppich kommen! Dort treffen wir
dann alte Bekannte wieder und können feststellen, wie gut es ist, daß wir
einander als Geschwister haben dürfen, und das wir einander und die Gabe des
Anderen dringend brauchen.
Durch Irrtum in der Lehre allein wird
niemand zum Irrlehrer, sondern durch eine Herzenshaltung.
In den vielen Versen über Irrlehrer im Neuen
Testament werden immer wieder die gleichen Wurzeln für falsche Propheten und
Irrlehrer genannt. Es sind Selbstsucht (der eigene Bauch), Habsucht, Geldliebe
und Streitsucht, die Auslöser sind.
Hinzu kommen noch Stolz, Aufgeblasenheit und
die Gier nach Macht über andere Menschen, um eigene Defizite damit zu
kompensieren. (2. Kor. 11,20)
Laßt
uns doch großzügiger miteinander umgehen, wenn jemand sich in Lehrfragen irrt
und eine andere Meinung als wir vertritt. Aber laßt
uns den ganzen Stolz, die Streitsucht und die Gier nach Kontrolle radikal aus
unserer Mitte ausfegen! Laßt uns mit der Selbstsucht
und aller Egozentrik aufräumen!
Neben der Gabe der Geisterunterscheidung und
einer guten Kenntnis des Wortes Gottes hat uns Jesus noch einen sehr
praktischen Ratschlag mitgegeben, um falsche Propheten erkennen zu können. Er
sagte:
"An ihren Früchten werdet ihr sie
erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? So bringt
jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein
guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute
Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins
Feuer geworfen. (Math. 7,16-19)
d) Der Geist des Menschen
Spr.20,27
Der Geist des Menschen ist eine Leuchte des Herrn, durchforscht alle Kammern des
Leibes
Ich denke, die meisten Christen haben die
biblische Lehre gehört, daß der Mensch aus Geist, Seele und Leib besteht. Hier
unterscheidet sich das biblische Menschenbild vom naturwissenschaftlichen
Weltbild, daß nur von Körper und Seele ausgeht.
Wenn in der Welt von einem großen Dichter
oder Denker gesprochen wird, sagt man zwar auch manchmal: "Dieser Mann
hatte einen großen Geist", aber man meint eigentlich seinen Verstand,
seine intellektuellen Fähigkeiten, oder seine große Schöpferkraft damit.
Wenige Menschen wissen eigentlich sehr viel
mit dem Begriff "Geist des Menschen" anzufangen, selbst viele
Christen verwechseln die Seele mit dem Geist. Aber die Bibel sagt in Hebr. 4,12, daß das Wort Gottes die Kraft hat, Seele und
Geist voneinander zu scheiden. Sie sind nicht zwei Begriffe für die selbe Sache.
Erst kürzlich hörte ich einen bekannten,
guten Bibellehrer sagen: "Der neu geborene Christ besteht aus dem Körper,
der Seele und dem Heiligen Geist". Ich habe mich nur noch gewundert. Aber
viele Christen glauben, wenn sie den Begriff "Geist des Menschen"
hören, daß damit der Heilige Geist gemeint sei. Aber dem ist nicht so. Der
Menschengeist ist der Menschengeist, und Gottes Geist ist Gottes Geist! Es ist
richtig, daß der Heilige Geist anfängt, in unserem menschlichen Geist zu
wohnen, wenn wir wiedergeboren werden, aber die Beiden sind keineswegs
dasselbe.
Es ist offensichtlich, daß wir keinen neuen
Körper empfangen, wenn wir uns zu Jesus bekehren und von neuem geboren werden.
Wir bekommen auch keine neue Seele, denn die Seele ist die Heimat unseres
Denkens, daß ja bekanntlich in einem langen Prozeß
erneuert werden muß (Röm.12,2).
Wenn Paulus davon spricht, daß wir durch Jesus eine neue Schöpfung geworden
sind, dann meint er unser innerstes Wesen, unseren Geist (2.Kor. 5,17).
Hesekiel spricht davon (Hes.36,26+27), daß der Herr
uns ein neues, fleischernes Herz und einen neuen Geist in unser Inneres geben
will. Er spricht hier vom Geist des Menschen, der erneuert werden soll. Durch
den Sündenfall war der Geist des Menschen abgestorben, wir alle hatten ein
"steinernes Herz". Durch die neue Geburt ist unser gestorbener Geist
wieder lebendig geworden, er ist neu erschaffen worden.
Durch den Körper stehen wir in Kontakt mit der
natürlichen, materiellen Welt. Wir können sie fühlen, anfassen, sehen, hören
riechen und schmecken.
Durch die Seele stehen wir in Kontakt zu
unserem Körper. Die Seele beurteilt alle Empfindungen und Eindrücke, die durch
den Körper zu uns kommen und wertet sie aus. Die Seele ist der Sitz von
Verstand, Wille und Gefühl. Durch sie haben wir auch Kontakt zu anderen
Menschen. Wir können ihre Gedanken und Gefühle vermittels der Sprache
nachvollziehen, sie beurteilen und mit ihnen kommunizieren.
Mit unserem neu geschaffenen Geist stehen
wir in Verbindung zur geistlichen Welt. Er ist unsere Antenne für Gott; er ist
das Organ, mit dem wir in die geistliche Welt hineinschauen können, um
himmlische Dinge, Engel oder Dämonen wahrzunehmen.
Wenn wir mit unserer Seele denken oder
fühlen, kann man das anhand unserer Gehirnströme messen. Wenn wir schlafen,
gibt es viel ruhigere Zacken im EEG, als wenn wir wach sind. Wir können sogar
mit einem Lügendetektor feststellen, ob Menschen Lügen oder die Wahrheit sagen.
Die Seele ist meßbar. Beim Denken fließen
Gehirnströme. Der menschliche Geist jedoch ist nicht materiell. Er ist genauso
wenig meßbar und wissenschaftlich beweisbar wie der
Geist Gottes. Und doch ist er real und zu erstaunlichen Dingen in der Lage.
Dein Geist ist der Kern deiner Persönlichkeit. Er ist dein innerstes Wesen,
dein eigentliches Selbst, dein Herz. Und er ist ewig und nicht materiell.
Wenn dein Körper stirbt und das EEG keine
Gehirnströme mehr messen kann, geht dein Geist zurück zu Gott, der ihn gegeben
hat, nicht deine Seele (Pred.12,7).
Als Jesus das zwölfjährige Mädchen, daß
gestorben war, auferweckte, kehrte ihr Geist zurück, als Jesus ihre Hand
ergriff und rief: "Kind stehe auf!" (Luk.8,55) Als Jesus am Kreuz
starb, rief er aus: "Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!"
Er rief nicht: "Vater in deine Hände befehle ich meine Seele!"
Nach seiner Kreuzigung ging Jesus in das
Totenreich und predigte den Geistern im Gefängnis, die zur Zeit Noahs gelebt
hatten (1.Petr.3,19). Der Aufenthaltsort aller unerlösten
menschlichen Geister ist das Totenreich (Hades). Wir wissen das aus dem
Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus (Luk.16,19-31).
Der Aufenthaltsort aller erlösten menschlichen Geister ist das himmlische
Jerusalem (Hebr.12,22+23). An diesem Ort warten sie
auf die buchstäbliche Auferstehung, wenn wir alle einen neuen Körper bekommen,
der wie der Auferstehungsleib Jesu beschaffen ist. Der Geist des Menschen
existiert nach dem Tod des Körpers weiter, der Körper ohne Geist dagegen ist
tot und vergeht.
Es ist sehr wichtig für uns als Christen,
uns unseres menschlichen Geistes mehr bewußt zu
werden, ihn zu kennen und zu verstehen, weil wir nur durch ihn mit Gott in
Kontakt treten können.
1.Kor.2,14+15 Ein natürlicher (seelischer)
Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine
Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird. Der
geistliche dagegen beurteilt zwar alles, er selbst jedoch wird von niemand
beurteilt.
Der seelische Mensch nimmt nicht an, was des
Geistes Gottes ist. Das Wort seelisch heißt im griechischen Urtext "psychikos" und bedeutet: zur unerlösten, natürlichen
Seele gehörend. Wir können mit unserer Seele nicht mit Gott kommunizieren, wir
können seinen Geist nicht wahrnehmen und auch nicht seine Stimme hören. Unsere
Seele ist einfach nicht dafür gemacht worden. Wir können Gott nicht mit unserem
Verstand, Willen oder Gefühl begreifen, sondern nur mit unserem Geist.
Die Dinge des Geistes sind eine Beleidigung
für unseren natürlichen Verstand. Sie sind eine Torheit für ihn, und er kann
sie nicht erkennen, weil sie nur von unserem Geist verstanden werden können.
Unser Geist dagegen kann alle geistlichen Dinge erkennen und auch beurteilen.
Der geistliche Mensch beurteilt alles.
Als Jesus mit der Samariterin am Brunnen
sprach, sagte er, daß die Zeit kommt, wo die wahren Anbeter Gott im Geist und
Wahrheit anbeten werden. Er machte die Feststellung, daß Gott Geist ist, und
die ihn anbeten, in Geist und Wahrheit anbeten müssen.
Als Jesus auf der Erde war, wurde Gott ein
ganzer Mensch, so wie wir. Gott kam herab auf unsere menschliche Ebene, man
konnte ihn berühren und ganz normal mit ihm reden. Seine Jünger hatten auch
eine ganz normale seelische Kommunikation mit ihm. Nachdem Jesus zurück in den
Himmel gegangen ist, und der Heilige Geist an seiner Stelle zu uns kam, können
wir ihm nur noch im Geist begegnen. Gott ist Geist, und wir müssen ihm auf
seiner Ebene begegnen. Er ist für unseren Körper und unsere Seele unerreichbar.
Gott möchte jetzt eine "von Geist zu Geist" Kommunikation. Der
Heilige Geist teilt sich unserem Geist mit, und wir können auch mit unserem
Geist zu Gott beten. Unser menschliche Geist empfängt
die Impulse Gottes und leitet sie dann an unsere Seele weiter. Wenn unsere
Seele dann die Impulse unseres Geistes empfängt und anfängt zu verstehen,
nennen wir das "Offenbarung".
Dieser Geist des Menschen, diese neue
Schöpfung, die in uns lebt, ist eine ganz wunderbare Erfindung Gottes. Paulus
nennt ihn auch den "inneren Menschen" (Eph.3,17)
Petrus nennt ihn: "der verborgene Mensch des Herzens". Und diesen
verborgenen inneren Menschen des Herzens können wir durch die Gabe der
Geisterunterscheidung wahrnehmen.
Es passiert sehr häufig, wenn ich für andere
bete. Egal wie es mir geht, ob ich mich gerade besonders "geistlich"
fühle oder nicht, spielt kaum eine Rolle. Sobald ich dem Menschen die Hände
auflege, fange ich an, sein Herz zu sehen, und wie sein innerer Mensch
gestaltet ist. Wenn Gott will, offenbart er mir einfach, wie er den Betreffenden
sieht. Dieser innere Mensch sieht oft ganz anders aus, als der äußere Mensch,
den ich mit meinen natürlichen Augen wahrnehme. Er ist viel schöner, edler und
oft sehr überraschend. Einmal sah ich im Geist, wie eine Schwester ein
kostbares Diadem mit einem großen, dunklen Edelstein auf der Stirn hatte. Sie
sah aus wie eine Königin! Eine ungeheuer starke Heiligkeit und Würde strahlte
von ihr aus. Es nahm mir den Atem.
Ein junger Mann, für den ich betete, und den
ich im natürlichen völlig anders eingeschätzt hätte, wurde mir in einer Art
Ritterrüstung gezeigt. Er hatte das Schwert in seiner Hand hoch erhoben und war
wild entschlossen, den Feind Gottes zu bekämpfen. Ich sah, wie der Herr ihm
eine starke Autorität im Kampf gegen die Mächte der Finsternis gegeben hatte.
Eine andere junge Frau, für die ich betete,
sah im Geist so ähnlich wie eine Taube aus, und ich sah, wie sie geschaffen
war, um Gott anzubeten. Ich bemerkte einen starken Geist von Kreativität und
der Fähigkeit, ihre Liebe vor Gott auszudrücken. Ich hatte dann auch eine
Weissagung für sie, die in diese Richtung ging. Ich kannte sie vorher überhaupt
nicht und hörte später, daß sie eine Sängerin und Tänzerin war.
Immer, wenn Gott mir zeigt, wie Geschwister
im Geist aussehen und beschaffen sind, geht eine sehr starke Ermutigung davon
aus, wenn ich den Leuten meine Eindrücke und Bilder erzähle. Fast bei jeder
Gelegenheit offenbart der Herr mir noch einige sehr private Details über den
gegenwärtigen Seelenzustand der Person, die in der Regel zu 100 Prozent
zutreffen. Ich habe auch öfter Weissagungen oder Worte der Erkenntnis, bei
denen ich mich irre, oder vielleicht nicht so gut ins Ziel treffe. Aber wann
immer der Herr bei mir die Gabe der Unterscheidung aktiviert, und ich den Geist
derjenigen Person, für die ich bete, sehen kann, treffe ich immer ins Schwarze.
Die Leute sind oft sehr erstaunt oder sogar erschüttert, wie ich die geheimsten
Dinge von ihnen weiß, ohne jemals vorher mit ihnen gesprochen zu haben.
Es ist sehr ermutigend und begeisternd, andere
oder dich selbst im Geist zu sehen. Denn unser Geist ist nach dem Bilde Jesu
geschaffen. Es ist nichts häßliches
oder sündiges an ihm. Die neue Schöpfung in uns ist unfähig zu sündigen. Das
lesen wir im 1.Joh.3,9:
Jeder, der aus Gott geboren ist, sündigt
nicht, denn sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus
Gott geboren ist.
Johannes kann nur unseren von neuem
geborenen Geist mit dieser Aussage meinen, denn im Kapitel 1 des
selben Briefes sagt er scheinbar das genaue Gegenteil von dem, was hier
beschrieben ist:
1.Joh.1,8
Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die
Wahrheit ist nicht in uns.
Dieses scheinbare Paradoxon erklärt sich nur
damit, daß eben in 1.Joh.3,9 unser aus Gott geborene
Geist gemeint ist. Unser natürliche Mensch kann sehr
wohl noch sündigen, das zeigt uns allein schon die Erfahrung! Aber unser
innerer Mensch, unser Geist eben nicht.
Es kann ungeheuer motivierend für Dich sein,
wenn Du beginnst, Dich selbst im Geist zu sehen. Wir werden durch die Bibel
sogar ermutigt, niemanden mehr "nach dem Fleisch" zu sehen, sondern
als eine neue Schöpfung. (2. Kor. 5,16+17)
Dein innerer Mensch sieht um so vieles
besser aus, als Dein natürliches Bild, daß Dir aus dem
Spiegel entgegen schaut
Ich habe festgestellt, daß ich dazu neige,
viel schlechter von mir zu denken, als Gott über mich denkt. Immer, wenn ich
mich im Geist sehe, bemerke ich, wie ich wirklich von Gott geschaffen bin.
Einmal, während eine geisterfüllte Frau
Gottes in unserer Gemeinde predigte, öffnete Gott meine inneren Augen, und ich
sah, wie eine herrliche Krone von Gott auf mich zugeschwebt kam und sich direkt
auf meinen Kopf setzte. Ich spürte ihr Gewicht und fühlte ein leichtes Brennen
auf der Haut, wo der Rand der Krone auf den Kopf drückte. Gott krönte mich mit
seiner Barmherzigkeit. (Ps.103,4) Das war nicht nur ein einmaliges schönes
Erlebnis. In den folgenden Jahren bemerkte ich des öfteren, während ich für Leute betete und ihnen
diente, wie diese Krone immer noch unsichtbar auf meinem Kopf war. Ich fühlte
plötzlich wieder den Druck und die Schwere der Krone auf dem Kopf und sah sie die ganze Zeit im Geist. So konnte ich viel
vollmächtiger und glaubensvoller für andere beten. Diese Krone war für mich ein
Zeichen der Sohnschaft und Autorität.
Außerkörperliche Erfahrungen
2.Kor.12,2
Ich weiß von einem Menschen in Christus, daß er vor vierzehn Jahren - ob im Leib,
weiß ich nicht, oder außer dem Leib, weiß ich nicht; Gott weiß es - daß dieser
in den dritten Himmel entrückt wurde.
Der Apostel Paulus war ein großer Visionär,
der sehr viele außerordentliche Offenbarungen hatte. Er berichtet von
Erfahrungen, in denen er buchstäblich Jesus von Angesicht zu Angesicht sah
(Apg.22,17+18), oder wie an dieser Stelle, in den dritten Himmel entrückt
wurde, und unaussprechliche Worte hörte, die auszusprechen einem Menschen nicht
zusteht.
Viele Christen neigen dazu, solche Art
Erfahrungen sehr schnell mit dem Okkulten in Verbindung zu bringen, weil sie
nicht glauben, daß Gott heutzutage auch noch ähnliche Dinge tun kann. Sie haben
eine große Angst vor dem Übernatürlichen und sind übervorsichtig. Aber für
Paulus, der nicht nur über eine der größten prophetischen Gaben verfügte,
sondern der auch ein sehr starker Mann des Wortes war - wahrscheinlich der
beste Theologe den es jemals gegeben hat - war das Übernatürliche scheinbar
ganz selbstverständlich. Für ihn wäre es nicht im Verdacht des Okkulten
gewesen, wenn er "außer dem Leib" in den dritten Himmel entrückt
worden wäre. Wir wissen als Christen so manches über außerkörperliche
Erfahrungen, die von Okkultisten, Schamanen oder Gurus berichtet werden, und
halten dieses Gebiet aus diesem Grund für gefährlich. Allenfalls
Sterbeerlebnisse, bei denen Christen über ähnliche Erfahrungen berichtet haben,
wenn sie klinisch tot waren und ins Leben zurückgekehrt sind, werden, wenn auch
oft sehr vorsichtig und mit Vorbehalt, toleriert.
Aber Paulus spricht von einem Menschen, der
lebendig und bei guter Gesundheit in den Himmel Gottes entrückt wurde und ihm
schien es nicht verdächtig, wenn dies "außer dem Leib geschehen wäre. Er wußte es einfach nicht, weil das Erlebte ihm scheinbar so
überwältigend real gewesen war, daß er nicht bemerkte, ob er sich in einer
Vision befand, oder ob er mit seinem ganzen Leib bei Gott anwesend war.
"Diese "Entrückung" hatte das
Stadium sanfter "Eindrücke" und "Bilder" bei weitem
überschritten.
Dieses Erlebnis war realer als ein
dreidimensionaler Hollywoodfilm in Stereo mit eingebautem Kinosesselwackeln.
Paulus war "live" dabei. Wir wissen von zwei Menschen aus der Bibel,
die im Leib zu Gott entrückt wurden - Henoch und
Elia. Nachdem sie entrückt worden waren, wurden sie niemals wiedergefunden.
Ich glaube, wenn Paulus im Leib zu Gott
entrückt worden wäre, hätte er später sein Erlebnis nicht mehr zu Papier
bringen können, weil auch er nicht mehr wiedergekommen wäre.
Ich glaube, daß nur der Geist von Paulus,
sein innerer Mensch zu Gott entrückt wurde. Wir haben schon anhand des Wortes
festgestellt, daß der Geist des Menschen sich bei seinem Tod von seinem Körper
trennt und zurück zu Gott geht, wenn der Mensch ein wiedergeborener Christ war.
Aber offensichtlich gibt es Begebenheiten, bei denen, wenn Gott es will, der
Geist des Menschen sich vom Körper loslösen kann um ganz nah beim Herrn zu
sein. In der biblischen Sprache nennt man das "Entrückung" oder
"Verzückung". Es gibt zwei interessante Stellen in der Apostelgeschichte,
die über das Erlebnis einer "Verzückung" berichten. In Apg.10,10 wird von Petrus berichtet, wie eine Verzückung über ihn
kam und er ein leinenes Tuch aus dem Himmel herabkommen sah. Und in Apg. 22,17 beschreibt Paulus, wie er beim Beten im Tempel
in Verzückung geriet und Jesus sah, der ihm einige Anweisungen gab.
Das Wort Verzückung ist im Urtext ein sehr aufschlußreiches Wort. Im griechischen steht das Wort ekstasis, von dem unser schönes deutsches Wort
"Ekstase" abgeleitet ist. – Das sollte jetzt einige evangelikale
Geschwister begeistern – Dieses Wort bedeutet: Außer sich sein, etwas von
seinem Platz oder aus seinem Zustand wegbewegen, entfernen. Es bezeichnet einen
Zustand des Geistes, in dem dieser sozusagen aus sich selbst herausgeführt,
außer sich ist und sich selbst verloren hat. (Elberfelder
Studienbibel mit Sprachschlüssel)
Paulus scheint des öfteren solche Phänomene erlebt zu haben, denn er
schreibt in 2. Kor. 5,13: Denn sei es, daß wir außer
uns waren, so waren wir es für Gott, sei es, daß wir vernünftig sind, so sind
wir es für euch. Im 1. Kor. 5,3-5 schreibt er der Gemeinde in Korinth, daß er
im Geiste bei ihnen anwesend war. V 4: Wenn ihr und mein Geist mit der Kraft
unseres Herrn Jesus versammelt seid...
Kann Paulus das wirklich nur irgendwie
metaphorisch oder poetisch gemeint haben?
In der Regel war Paulus sehr nüchtern, genau
und messerscharf in seinen Formulierungen. Warum sollte er bei dieser Aussage
plötzlich ins dichterische, neblig mystische, abgerutscht sein?
Ich glaube, daß Paulus buchstäblich mit
seinem Geist in Korinth anwesend war, obwohl er mit dem Leib abwesend war!
Das ist doch interessant, nicht wahr? Es
sprengt völlig den Rahmen unseres natürlichen Verstandes, aber eröffnet
ungeheure Horizonte, wenn wir bedenken, wie außergewöhnlich unser Geist
geschaffen ist und welche Fähigkeiten er haben kann, wenn Gott es will.
Der Herr möchte nicht, daß wir als Christen
nur von unserer Seele und von unserem natürlichen Denken, Wollen und Fühlen
bestimmt werden. Es ist der Wille des Herrn, daß unser Geist, der nicht
sündigen kann, unsere Seele dominiert und beherrscht! Wir sollen lernen, im
Geist zu wandeln. (Gal 5,25) Das bedeutet nicht
allein, vom Heiligen Geist geleitet zu werden, sonder auch, daß wir uns unseres
Geistes, des neuen Menschen in uns, immer mehr bewußt
werden, uns mit ihm identifizieren und nicht mehr unserer Seele gehorchen, die
nicht in der Lage ist, den Geist Gottes wahrzunehmen.
Wir müssen aus dem
"Verstandesglauben" in einen "Herzensglauben" hineinkommen.
Statt vom Verstand mit seinen tausend Erwägungen und Vernünfteleien
geleitet zu werden, müssen wir vom Heiligen Geist und unserem menschlichen
Geist geleitet werden.
Übrigens, wer dem
Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm! (1. Kor.6,16)
Wir brauchen keine Angst zu haben, wenn wir den Impulsen unseres Geistes
folgen, weil unser Geist schon wie verheiratet mit dem Herrn ist. Wir sind ein
Geist mit ihm.
Laßt
uns dafür beten, daß der Herr uns den Geist des Menschen aus dem Wort und durch
geistliches Erkennen immer mehr offenbart, besonders darum, daß wir uns unseres
Geistes bewußt werden.
Die Wahrheit ist kein Dogma – Die Wahrheit ist eine Person!
-
Jesus Christus -